Mittwoch, 3. Dezember 2008

Der Kranich frisst die AUA: Lufthansa kauft Staatsanteil an der Airline um 366.000 Euro

  • Deutsche Airline will die AUA komplett übernehmen
  • Angekündigtes Streubesitzoffert 215 Mio. Euro schwer

Der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa hat dem Erwerb von bis zu 100 Prozent an der Austrian Airlines (AUA) zugestimmt und die Übernahme eines 41,6-prozentigen AUA-Anteils von der ÖIAG um 366.000 Euro plus Besserungsschein angekündigt. Das Angebot für den Streubesitz soll auf 4,44 Euro pro Aktie lauten, gab die deutsche Luftlinie in den Nachmittagsstunden bekannt.

Der Besserungsschein berechtigt die österreichische Staatsholding ÖIAG abhängig von der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der AUA zum Erhalt eines Betrags von bis zu 162 Millionen Euro.

Die Lufthansa kündigt ein Übernahmeangebot von 4,44 Euro pro Aktie an, was einen Kaufpreis von weiteren 215 Mio. Euro bedeuten würde. Dieses angekündigte Übernahmeangebot steht unter dem Vorbehalt einer Prüfung durch die österreichische Übernahmekommission.

Die ÖIAG soll den Verkauf in ihrem Aufsichtsrat am kommenden Freitag absegnen. Danach "beabsichtigen die Parteien, die entsprechenden Verträge abzuschließen", heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung der Lufthansa.

Aktien-Höhenflug
Die AUA-Aktie legte nach der Bekanntgabe der Lufthansa in der Schlussauktion an der Wiener Börse einen Steigflug hin schloss um 39,62 Prozent fester bei 3,70 Euro.

Als "aufschiebende Bedingungen" nennt die Lufthansa die kartellrechtliche Freigabe, die Genehmigung des von Österreich geleisteten Restrukturierungsbeitrages von 500 Mio. Euro durch die Europäische Kommission sowie den Umstand, dass die Lufthansa nach dem Ende der regulären Annahmefrist über 75 Prozent der AUA-Aktien verfügt.

Bei ihrem öffentlichen Übernahmeangebot will die Lufthansa die Anzeigefrist auf das maximal zulässige Ausmaß beantragen. Der Angebotspreis versteht sich als durchschnittlich gewichteter Börsekurs der Aktie während der letzten sechs Monate.


(apa/red)

3.12.2008 20:40