Mittwoch, 3. Dezember 2008

Autozulieferer Eybl schwer in Bedrängnis:
Fieberhafte Suche nach neuen Investoren

  • Hilfe vom Land Niederösterreich und dem Bund
  • Unternehmen hofft auf Überbrückungsfinanzierung

Die finanzielle Lage des börsenotierten Kremser Automobilindustriezulieferers Eybl International dürfte sich weiter zuspitzen. Nach Angaben von Branchenkennern wird für das Unternehmen, das hierzulande insgesamt rund 700 Mitarbeiter an Standorten in Krems und Gmünd beschäftigt, fieberhaft ein Investor gesucht, schreibt das "WirtschaftsBlatt".

Treibende Kraft seien dabei die Banken. Zugleich soll auch vom Land Niederösterreich und dem Bund Hilfe kommen. Dem Vernehmen nach gehe es unter anderem um Haftungen. "Da es um eine enorme Größenordnung geht, sind wir so verblieben, dass wir abwarten, wie sich der Bund, also das Austria Wirtschaftsservice (AWS), verhält", bestätigte der Vize-Landeshauptmann und Wirtschaftslandesrat in Niederösterreich, Ernest Gabmann, im Gespräch mit der Zeitung. "Wir sind bereit, da mitzutun, der Bund muss das auch prüfen, denn er muss mit an Bord." Eine Summe in den Raum zu stellen, wäre unseriös. Es gehe um Betriebsmittel und Investitionen.

Überbrückungsfinanzierung
"Wir sind mit Eybl mitten im Gespräch. Das ist ein tolles Unternehmen", sagte AWS-Chef Johann Moser zum "WirtschaftsBlatt". Man werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, zu helfen. Eybl brauche eine Überbrückungsfinanzierung. Dafür hätte die AWS zwar kein Instrumentarium, auch eine Auffanggesellschaft würde passen, doch das sei ebenfalls von der Politik nicht vorgesehen. Dennoch, so Moser: "Wir haben schon ein Modell für Eybl entwickelt. Das Unternehmen kann ja jede Menge bieten: arbeitsmarktpolitische Effekte, Exporteffekte, Innovationseffekte."

Wie berichtet ist die Restrukturierung finanziell ins Schlingern geraten. Auch Eybl International wurde von der tristen Marktlage der Autoindustrie heftig erfasst. So sollen Umsatzrückgänge von zumindest 20 Prozent verbucht worden sein.
(apa/red)

3.12.2008 12:42