Geschäftstätigkeit sinkt in Euro-Zone:
Talfahrt der Dienstleister beschleunigt sich
- Rasanter Einbruch der Neuaufträge zeigt Wirkung
- Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor

·Heimische Industrie in akuter Auftragsnot
Weniger Beschäftige und rückläufige Produktionen
·Dramatischer Job-
Abbau bei den Banken
Finanzkrise kostete mehr als 100.000 Arbeitsplätze
·Industrie bricht weltweit drastisch ein
USA, Europa und Asien gleichermaßen betroffen
Die Dienstleister in der Euro-Zone haben ihre Talfahrt im November mit erhöhter Geschwindigkeit fortgesetzt. Wegen eines Einbruchs bei den Neuaufträgen schrumpfte die Geschäftstätigkeit so stark wie nie, wie aus dem Markit-Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor hervorgeht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. "Die endgültigen Daten sind noch einmal schlechter ausgefallen als in einer ersten Schätzung", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson zu der Umfrage unter 2.000 Unternehmen. "Das lässt darauf schließen, dass sich der Abschwung in der letzten Woche des Monats beschleunigt hat."
Das Barometer fiel auf 42,5 Punkte von 45,8 Zählern im Oktober und liegt damit so weit unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten wie nie zuvor in der über zehnjährigen Geschichte der Umfrage. In einer ersten Schätzung war noch ein Rückgang auf lediglich 43,3 Zähler angenommen worden. In den vier größten Ländern des Währungsraumes berichteten die Dienstleister über eine geringere Geschäftstätigkeit. Dabei verschlechterte sich die Situation in Spanien erneut am stärksten. In Deutschland kühlten sich die Geschäfte so stark ab wie zuletzt zur Zeit des US-Einmarschs in den Irak vor mehr als fünf Jahren.
Zu schaffen machte den Unternehmen ein kräftiger Rückgang bei den Neuaufträgen. Das Minus fiel hier größer aus als im Oktober, in Frankreich, Italien und Spanien wurden Tiefststände erreicht. In Deutschland ging die Nachfrage so stark zurück wie seit 2003 nicht mehr. Angesichts schwindender Auftragsbestände bauten die Unternehmen den fünften Monat in Folge Stellen ab. Allerdings zeigten sich dabei nach Angaben der Marktforscher große Unterschiede in den einzelnen Ländern: Besonders viele Arbeitsplätze gingen in Spanien verloren, während sich in Frankreich und Deutschland die Arbeitgeber scheuten, zu viele qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren, und deswegen nur moderat Jobs abbauten.
Mit einer schnellen Erholung rechnen die Unternehmen der Umfrage zufolge nicht: Das Barometer für die Erwartungen auf Sicht von zwölf Monaten sank auf den niedrigsten Stand seit Umfragebeginn. Besonders pessimistisch zeigten sich dabei die Firmen in Deutschland und Italien, aber auch in Frankreich sank das Barometer in die Nähe eines Rekordtiefs. In Spanien blicken die Befragten dagegen wieder etwas optimistischer in die Zukunft als noch im Oktober - allerdings liegt der Index immer noch auf einem vergleichsweise tiefen Niveau.
(apa/red)
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