US-Autoindustrie steht vor dem Abgrund:
Chrysler droht Insolvenz - GM muss sparen
- Chrysler beantragt sieben Milliarden Dollar Kredit
- GM will noch bis 2012 31.500 Arbeitsplätze streichen

·Industrie bricht weltweit drastisch ein
USA, Europa und Asien gleichermaßen betroffen
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US-Hegemonie und Liberalismus angekratzt
Die US-Austoindustrie versinkt immer weiter im Sumpf der Finanzkrise. Der Autobauer Chrysler benötigt dringend eine gehörige Finanzspritze, ansonsten droht ihm die Insolvenz. General Motors muss ein rigides Sparprogramm umsetzen, um weiter am Markt bestehen zu können. Die November-Daten zeigen deutlich die scharfe Krise der gesamten Autobranche.
Der ehemals zum Daimler-Konzern gehörende Autobauer Chrysler braucht dringend eine Finanzspritze: Ohne staatliche Hilfe droht das Unternehmen, das inzwischen mehrheitlich dem Finanzinvestor Cerberus gehört, im ersten Quartal 2009 in die Insolvenz zu rutschen.
Antrag für Überbrückungskredit
Der Konzern hat einen Überbrückungskredit von sieben Mrd. Dollar (5,51 Mrd. Euro) beantragt, der noch vor Jahresende benötigt wird. Bereits zugesagt sind sechs Mrd. Dollar aus einem Förderprogramm des Energieministeriums für spritsparende Fahrzeuge. Im ersten Quartal wird mit Ausgaben von 11,6 Mrd. Dollar gerechnet, davon acht Mrd. Dollar an Zulieferer.
31.500 Arbeitsplätze gestrichen
Der angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors will bis zum Jahr 2012 zusätzlich 31.500 Arbeitsplätzen in den USA streichen. Für die Umsetzung seines drastischen Sanierungskurses verlangte der Konzern am Dienstag im US-Kongress weitere staatliche Finanzhilfen in Höhe von bis zu 18 Mrd. Dollar (14,2 Mrd. Euro). Ford und Chrysler benötigen nach eigenen Angaben neun beziehungsweise sieben Mrd. Dollar.
Ford-Generaldirektor Alan Mullaly, der im vergangenen Jahr 28 Mio. Dollar verdiente, erklärte sich bereit, ein Jahressalär von einem Dollar zu akzeptieren, sollte sein Konzern die geforderten Kredite erhalten. Auch GM-Chef Rick Wagoner gab ein entsprechendes Versprechen ab. Chrysler-Boss Robert Nardelli hatte dies bereits im November zugesagt.
Absatzkrise
Der Autoabsatz in den USA ist im November auf den niedrigsten Stand seit mehr als 26 Jahren eingebrochen. Die Zahl der Neuzulassungen sank nach Angaben der Organisation Autodata um 37 Prozent auf 746.789 Fahrzeuge. Besonders hart traf es General Motors, Chrysler und Ford, die Rückgänge von teilweise mehr als 40 Prozent hinnehmen mussten. Vergleichsweise gut schlug sich Volkswagen mit einem Minus von 19,2 Prozent. Stärker ging es für Mercedes-Benz, BMW und Porsche abwärts.
General Motors setzte 41 Prozent weniger Fahrzeuge ab, Chrysler verbuchte ein Minus von 47 Prozent. Ford gab einen Rückgang um 31 Prozent bekannt.
Verzweiflung der Autobranche
"Unsere Industrie ist in einer deutlich schwierigeren Situation als der Rest der Wirtschaft", sagte GM-Manager Mike DiGiovanni. "Wir können auf diesem Niveau nicht weitermachen." Die großen drei US-Autobauer bemühen sich derzeit verzweifelt um staatliche Hilfe. Insgesamt bitten sie um staatliche Darlehen im Volumen von 34 Mrd. Dollar (26,9 Mrd. Euro).
Mercedes-Benz USA verkaufte mit 14.102 Fahrzeugen 38,2 Prozent weniger. In den ersten elf Monaten belief sich das Minus auf 8,6 Prozent. Die Verkäufe des BMW-Konzerns sackten um 27 Prozent auf 19.762 Fahrzeuge ab. Vor allem die Kernmarke war betroffen, die einen Rückgang von 36,1 Prozent hinnehmen musste. Gegen den Trend konnte sich die Tochter Mini behaupten: Sie steigerte ihren Absatz um 43 Prozent auf 4.545 Fahrzeuge.
(apa/red)
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