Mittwoch, 3. Dezember 2008

AUA gehört bald der deutschen Lufthansa: Aufsichtsrat und ÖIAG nicken Deal durch

  • Übernahme durch starken Partner gilt als die Rettung
  • Deutsche Linie managt demnächst acht Fluglinien

Der Aufsichtsrat der deutschen Lufthansa berät heute auch über die österreichische AUA. Es geht um den möglichen Übernahme-Deal, der nach österreichischen Hoffnungen am Freitag per Vertrag besiegelt werden soll. Mit der erwarteten Übernahme der AUA durch die Lufthansa geht die seit Jahren anhaltende Konsolidierung der Branche voran.

Die Kranichlinie ist bereits seit Jahren auf Einkaufstour, wobei LH-Chef Wolfgang Mayrhuber bisher ein glückliches Händchen bewies. Doch mit der AUA holt sich der Österreicher jetzt in Zeiten der Wirtschaftskrise einen Verlustbringer an Bord. Im Dreikampf mit Air France/KLM und British Airways, die gerade Fusionsverhandlungen mit der australischen Qantas begann, punktete die Lufthansa vor allem mit der Übernahme der Swiss im Frühjahr 2005, die in Rekordzeit integriert und wieder profitabel wurde. Im Gegensatz zur Swiss hat die AUA ihre Sanierung aber noch vor sich. Die Restrukturierung kostet die Lufthansa erst mal Geld und bindet Managementkapazitäten.

Mittelfristig aber sei die Übernahme aus strategischen Überlegungen aber in Ordnung, so die Analysten Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler und Per-Ola Hellgren (LBBW). Denn ein Einstieg von Air France in den deutschsprachigen Heimatmarkt der Lufthansa wäre ein hoher Preis gewesen. Gleiches gilt für das Osteuropageschäft, einer Stärke der AUA. Dort sei die Lufthansa auch ohne die Österreicher schon stark aufgestellt.

In ganz Europa werden die Karten in der Branche derzeit neu gemischt: British Airways verhandelt seit Monaten über eine Fusion mit der spanischen Iberia, an der auch die Lufthansa interessiert sein dürfte. Italien sucht händeringend einen Investor für die völlig marode Alitalia, auch die skandinavische SAS gilt als Übernahmekandidat. Weitere mittelgroße Airlines dürften folgen.

(apa/red)

3.12.2008 15:59