Paukenschlag in der Formel 1: Honda zieht sich zurück - Rennstall steht vor dem Aus
- Fieberhafte Suche nach Käufer für Honda Racing F1
- Toyotas Engagement in Königsklasse nicht gefährdet
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Der zweitgrößte japanische Autobauer Honda zieht sich vollständig aus dem Formel-1-Renngeschäft zurück. Er reagiere damit auf die schwierigen Geschäftsbedingungen, so Vorstandschef Takeo Fukui. Der Konzern habe auch keine Pläne, weiterhin andere Rennställe mit Motoren zu versorgen. Eine Rückkehr in den Sport könne einige Zeit dauern. "Honda muss sein Kerngeschäft und sein langfristiges Bestehen sichern", sagte Fukui weiter. Das Engagement in der Rennklasse kostet den Hersteller nach Schätzungen jährlich etwa eine halbe Milliarde Dollar. Bei Honda steht derzeit Alexander Wurz als Testpilot unter Vertrag.
Über die Zukunft des Renn-Teams Honda Racing F1 und des Motorenlieferanten Honda Racing Development werde bald verhandelt, sagte Fukui. Ein Verkauf des Rennstalls sei nicht auszuschließen. Die beiden Teamchefs Ross Brawn und Nick Fry sind nach Angaben aus Renn-Kreisen bereits auf der Suche nach einem Käufer. Sollte die Suche nach einem Monat erfolglos bleiben, werde das Honda-Team jedoch aufgelöst, sagte ein Mitglied eines konkurrierenden Rennstalls auf einem Treffen der Teamvereinigung FOTA und berief sich dabei auf Äußerungen der beiden Manager.
Eine anderer Experte sagte, den Teammitgliedern sei mit einer Frist von drei Monaten ab Jänner gekündigt worden, sollte kein Käufer gefunden werden. Von Honda Racing gab es bisher keine Bestätigung für die Angaben. Die neue Saison beginnt am 29. März in Australien. Das Rennen im japanischen Suzuka soll wie geplant stattfinden.
Dominoeffekt befürchtet
Die Branche fürchtet bei einem Rückzug von Honda, dass angesichts der desolaten Lage der Autobauer weitere Teams folgen könnten. Honda gehört neben Toyota zu den großen Geldgebern des Rennsports. Wie so gut alle Autobauer kämpft im Moment auch Honda mit massiven Absatzschwierigkeiten.
Vizepräsident Koichi Kondo kündigte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Tokio an, die Produktion deshalb möglicherweise weiter zu drosseln. "Die Bedingungen ändern sich jeden Tag und es ist schwer vorherzusagen, wann sich der US-Markt wieder erholen wird." Die drei großen US-Autobauer GM, Ford und Chrysler kämpfen derzeit um ihr Überleben.
Ecclestone: "Schande"
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone versucht hingegen alles, um die Situation zu kalmieren. Er sieht die Motorsport-Königsklasse trotz des Ausstiegs von Honda nicht in Gefahr. "Die Formel 1 ist in keiner größeren Krise als jede andere Firma der Welt", sagte der Brite in einem BBC-Interview. Die weltweite Wirtschaftskrise werde die Formel 1 nicht stoppen. Zum Ende von Honda meinte Ecclestone dies sei "eine große, große Schande." Unterdessen erklärte Nick Fry, Geschäftsführer des bisher vom japanischen Autobauer finanzierten Formel-1-Teams, es gebe mehrere Übernahme-Interessenten für den Rennstall.
Toyota bleibt Formel 1 erhalten
Toyota hat am hingegen in einer Aussendung betont, dass er sich weiter in der Königsklasse des Motorsports engagieren werde. "Toyota verfolgt weiterhin das Ziel, in der Formel 1 erfolgreich zu sein", hieß es in der Mitteilung, in der aber gleichzeitig auf die Notwendigkeit der vom Internationalen Automobil-Verband (FIA) propagierten Kostensenkung hingewiesen wurde.
(apa/red)
