Raich holt sich den Sieg im Riesentorlauf:
Tiroler rettet die ÖSV-Bilanz in Beaver Creek
- Ligety nach Bestzeit in Durchgang 1 noch geschlagen
- Geburtstagskind Maier schied beim ersten Lauf aus

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Maier & Co.: Diese Stars fahren für Österreich!
Benjamin Raich hat hat zum Ausklang der US-Weltcup-Rennen in Beaver Creek nach einem entfesselten zweiten Lauf den Riesentorlauf gewonnen und damit seine einjährige Sieglosigkeit verhindert. Raich gewann nach einem Herzschlagfinish mit dem knappstmöglichen Vorsprung von einer hundertstel Sekunde vor dem überlegenen US-Halbzeitleader Ted Ligety. Der Norweger Aksel Lund Svindal, der zuvor Abfahrt und Super-G gewonnen hatte, baute nur ein Zehntel zurück als Dritter seine Weltcup-Führung aus.
Österreich schien zunächst im letzten Beaver-Rennen 2008 einer ausgewachsenen Pleite entgegenzusteuern. Obwohl ÖSV-Coach Tom Trinker einen sehr schnellen ersten Lauf gesetzt hatte, waren neben Geburtstagskind Hermann Maier auch Mario Matt, Hannes Reichelt und Philipp Schörghofer ausgeschieden. Raich war auf dem teilweise fast schon Super-G-ähnlichen Kurs nach einem Fehler im unteren Teil nur die achtbeste Zeit gelungen.
Dann schaffte der Tiroler, der trotz der Absage der Super-Kombi auch auf einen Abfahrtsstart verzichtet hatte um auf 3.000 Metern Höhe Kraft zu sparen, aber doch noch die Rückkehr auf das Siegespodest. Und zwar zwei Tage vor seinem am 9. Dezember des Vorjahres gefeierten Slalomsieg in Bad Kleinkirchheim. Dem Pitztaler gelang trotz aufziehender Wolken ein sensationeller Lauf, während die Konkurrenten zurückfielen oder wie Bode Miller (USA) oder Daniel Albrecht (SUI) ausschieden.
"Ich bin voll ans Limit gegangen"
"Ich hatte mir ursprünglich einiges hier ausgerechnet. Nach dem ersten Lauf war das natürlich schwierig", machte Raich klar, dass Lauf eins viel zu schnell gewesen sei. "Wir Österreicher brauchen uns diesbezüglich nicht mehr zu beklagen", hatte sich der Tiroler durchaus verärgert darüber gezeigt. Auf dem drehenderen Kurs des Schweizers Morisod spielte Raich dann aber seine ganzen Stärken aus.
"Ich bin voll ans Limit gegangen und im Gegensatz zu Lauf eins ist mir das dann auch im unteren Teil gelungen", freute sich der 30-jährige Pitztaler über seinen 31. Weltcupsieg, den zwölften im Riesentorlauf. Raich war über das Ende seiner Durststrecke natürlich heilfroh. "Ich habe aber immer an mich geglaubt und stets gesagt, dass man Geduld haben muss. Jetzt kann ich mit viel Selbstvertrauen in die Saison blicken." Der Doppel-Olympiasieger machte in der Weltcup-Gesamtwertung mächtig Boden gut und kommt nun als Fünfter zu den nächsten Europa-Rennen in Val d'Isere.
Maier schied an seinem Geburtstag aus
Hinter Svindal platzierte sich das norwegische Supertalent Kjetil Jansrud mit Laufbestzeit im Finale auf Rang vier. Romed Baumann wurde als 14. zweitbester ÖSV-Fahrer. Stark fuhr auch der junge Marcel Hirscher, der als einziger des extra für den Riesentorlauf eingeflogenen ÖSV-Quartetts trotz Startnummer 50 als 15. unmittelbar vor Stephan Görgl in die Punkte kam. Mario Matt hingegen war nach dem Flug um die halbe Welt schon nach 18 Sekunden in Lauf eins ausgeschieden. "Das hat sich nicht wirklich ausgezahlt", gestand der Tiroler.
Christoph Gruber war in Lauf eins wie schon im Super-G auf Bestzeitkurs, schied aber im zweiten entkräftet aus. "Für mich wäre es besser, wenn sie hier das Ziel weiter hinaufgeben würden", seufzte der Tiroler.
Durch Platz drei von Svindal blieb Hermann Maier der einzige Rennläufer, der in Beaver bisher drei Rennen in Folge gewonnen hat. "Mein Lauf war nicht gut, aber bis zum Aus erstaunlich schnell", sagte Maier an seinem 36. Geburtstag. Im Ziel gab es viel Applaus, Gratulationen sowie eine Kerze für den Jubilar, der bereits zurück nach Österreich flog. "Vielleicht kann ich da ja noch ein bisschen feiern", meinte Maier.
| 1. | Benjamin Raich | AUT | 2:24,61 Min. | 1:12,36 | 1:12,25 | |
| 2. | Ted Ligety | USA | 2:24,62 | +0,01 | 1:11,31 | 1:13,31 |
| 3. | Aksel Lund Svindal | NOR | 2:24,71 | +0,10 | 1:12,00 | 1:12,71 |
| 4. | Kjetil Jansrud | NOR | 2:24,76 | +0,15 | 1:12,72 | 1:12,04 |
| 5. | Davide Simoncelli | ITA | 2:24,92 | +0,31 | 1:12,41 | 1:12,51 |
| 6. | Didier Cuche | SUI | 2:25,19 | +0,58 | 1:11,87 | 1:13,32 |
| 7. | Didier Defago | SUI | 2:25,36 | +0,75 | 1:12,40 | 1:12,96 |
| 8. | Ivica Kostelic | CRO | 2:25,47 | +0,86 | 1:12,72 | 1:12,75 |
| 9. | Carlo Janka | SUI | 2:25,82 | +1,21 | 1:13,07 | 1:12,75 |
| . | Jean-Baptiste Grange | FRA | 2:25,82 | +1,21 | 1:12,79 | 1:13,03 |
| 11. | Ales Gorza | SLO | 2:25,90 | +1,29 | 1:12,51 | 1:13,39 |
| 12. | Massimiliano Blardone | ITA | 2:26,05 | +1,44 | 1:12,32 | 1:13,73 |
| 13. | Thomas Fanara | FRA | 2:26,08 | +1,47 | 1:12,98 | 1:13,10 |
| 14. | Romed Baumann | AUT | 2:26,51 | +1,90 | 1:13,48 | 1:13,03 |
| 15. | Marcel Hirscher | AUT | 2:26,55 | +1,94 | 1:13,28 | 1:13,27 |
| 16. | Stephan Görgl | AUT | 2:26,77 | +2,16 | 1:13,38 | 1:13,39 |
| 17. | Markus Larsson | SWE | 2:26,88 | +2,27 | 1:13,36 | 1:13,52 |
| 18. | Cyprien Richard | FRA | 2:26,99 | +2,38 | 1:12,98 | 1:14,01 |
| 19. | Joel Chenal | FRA | 2:27,03 | +2,42 | 1:13,74 | 1:13,29 |
| 20. | Manfred Mölgg | ITA | 2:27,10 | +2,49 | 1:12,34 | 1:14,76 |
| 21. | Jean-Philippe Roy | CAN | 2:27,24 | +2,63 | 1:13,66 | 1:13,58 |
| 22. | Krystof Kryzl | CZE | 2:27,35 | +2,74 | 1:13,59 | 1:13,76 |
| 23. | Thomas Frey | FRA | 2:27,67 | +3,06 | 1:13,69 | 1:13,98 |
| 24. | Tim Jitloff | USA | 2:28,12 | +3,51 | 1:13,32 | 1:14,80 |
| 25. | Truls Ove Karlsen | NOR | 2:28,35 | +3,74 | 1:13,82 | 1:14,53 |
(apa/red)
