Schlierenzauer holt in Trondheim 12. Sieg:
ÖSV-Adler gewinnt mit Schanzenrekord
- Tiroler verweist Larinto und Jacobsen auf die Plätze
- Thomas Morgenstern wartet noch auf seine Topform

Gregor Schlierenzauer hat in Trondheim das Dutzend an Weltcup-Siegen voll gemacht und den ersten Saison-Sieg für Österreichs Skispringer geholt. Der 18-jährige Tiroler legte im ersten Durchgang mit dem Schanzenrekord von 140 Metern den Grundstein zum Triumph und gewann mit 285,7 Punkten 6,8 Zähler vor dem Überraschungsmann Ville Larinto aus Finnland sowie dem Norweger Anders Jacobsen (+6,9). Zweitbester Österreicher wurde Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern als Sechster.
Schlierenzauer hat damit auch das Gelbe Trikot von Simon Ammann übernommen und derzeit 15 Zähler Vorsprung auf den Schweizer.
Ein perfekter Start für Schlierenzauer, der sich im vergangenen Gesamt-Weltcup nur Morgenstern hatte geschlagen geben müssen. In Höchstform sieht er sich aber trotz der 100 Punkte aber noch nicht. "Ich habe schon noch etwas vor mir, aber mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden. Aber der allerletzte Kick fehlt mir schon noch!", meinte er.
"Das war wichtig für das Team, weil man ja weiß, dass man gut drauf ist. Da ist schön, wenn man gleich richtig zuschlagen kann", freute sich auch Cheftrainer Alexander Pointner über den ersten Saisonsieg seiner Truppe, der schon vergangenes Wochenende (Simon Ammann vor drei Österreichern bzw. zweiter Rang im Teambewerb) knapp verfehlt worden war.
Pointner warnt vor Konkurrenz
Pointner warnt allerdings davor, die Konkurrenz zu unterschätzen. "Man hat auch heute wieder gesehen, dass alles nicht so selbstverständlich ist", so Pointner, der vor allem die starken Finnen und Norweger lobte. Gegenüber dem Auftaktspringen in Kuusamo, das doch auch recht von Wind beeinflusst war, gab es in Trondheim einen sehr kalten Winterabend mit fairen Bedingungen und vielen weiten Sprüngen. Den weitesten hatte Schlierenzauer im ersten Durchgang in den Auslauf gesetzt und mit 140 Metern nach seinem 139-m-Satz vom Vortag neuerlich Schanzenrekord aufgestellt. Die Hillsize des Bakkens war erst heuer auf 140 gesetzt worden. Durchaus möglich, dass es heute zu einer weiteren Verbesserung kommt.
Noch nicht ganz so weit ist Doppel-Olympiasieger Morgenstern, der sich dennoch über einen guten sechsten Platz freuen durfte. "Der erste Sprung heute war sein bester auf Schnee bisher. Da fehlt nicht mehr viel", ist Pointner überzeugt. Als dritter ÖSV-Mann in den Top Ten behauptete sich Wolfgang Loitzl als Neunter, der Steirer war beim Auftakt vor einer Woche Zweiter gewesen. Noch gar nicht nach Wunsch läuft es für Andreas Kofler, allerdings plagen ihn schon seit einige Zeit Schmerzen wegen eines Weisheitszahns, der ihm kommende Woche nach der Heimkehr entfernt wird.
Nach den Bewerben in Trondheim geht es für Schlierenzauer und Co. ja nach Pragelato, an das das ÖSV-Team von den Olympischen Spielen 2006 her ausgezeichnete Erinnerungen hat. Durchaus möglich, dass sie dort wieder auf die Nordischen Kombinierer treffen: Die FIS überlegt derzeit, die für kommendes Wochenende in Liberec abgesagten Weltcupbewerbe an den Olympia-Schauplatz zu verlegen. Eine Entscheidung soll bis Montag fallen.
| Endergebnis Trondheim | |||
| 1. | Gregor Schlierenzauer | AUT | 285,7 (140,0/135,0) |
| 2. | Ville Larinto | FIN | 278,9 (138,5/138,0) |
| 3. | Anders Jacobsen | NOR | 278,8 (134,0/138,0) |
| 4. | Anders Bardal | NOR | 275,1 (139,5/131,0) |
| 5. | Simon Ammann | SUI | 271,3 (137,5/132,0) |
| 6. | Thomas Morgenstern | AUT | 270,6 (135,0/133,0) |
| 7. | Matti Hautamäki | FIN | 270,0 (138,0/130,5) |
| 8. | Dmitrij Wassilijew | RUS | 269,0 (133,5/135,0) |
| 9. | Wolfgang Loitzl | AUT | 267,1 (134,0/131,5) |
| 10. | Johan Remen Evensen | NOR | 266,4 (131,5/135,0) |
| 11. | Michael Uhrmann | GER | 264,8 (137,0/130,0) |
| 12. | Roman Koudelka | CZE | 263,7 (134,5/130,5) |
| 13. | Harri Olli | FIN | 258,3 (138,0/136,5) |
| 14. | Martin Schmitt | GER | 257,2 (134,0/128,5) |
| 15. | Emmanuel Chedal | FRA | 254,9 (131,0/130,5) |
| 16. | Martin Koch | AUT | 254,8 (129,5/135,0) |
| 17. | Jakub Janda | CZE | 254,5 (130,5/130,5) |
| 18. | Björn Einar Romören | NOR | 253,2 (129,5/130,5) |
| 19. | Roar Ljökelsöy | NOR | 251,8 (131,0/128,5) |
| 20. | Fumihisa Yumoto | JPN | 251,3 (129,5/130,0) |
| 21. | Shohhei Tochimoto | JPN | 250,8 (128,5/131,0) |
| 22. | Kim Rene Elverum | NOR | 249,0 (129,5/129,0) |
| 23. | Ilja Rosljakow | RUS | 248,5 (131,0/127,5) |
| 24. | Andreas Küttel | SUI | 248,1 (131,5/126,5) |
| 25. | Adam Malysz | POL | 247,1 (130,0/128,0) |
| 26. | Kalle Keituri | FIN | 246,8 (132,0/125,0) |
| 27. | Markus Eggenhofer | AUT | 244,9 (131,0/125,5) |
| 28. | Michael Neumayer | GER | 244,6 (131,0/127,0) |
| 29. | Sigurd Pettersen | NOR | 244,1 (129,0/126,5) |
| 30. | Mitja Meznar | SLO | 238,3 (129,0/125,5) |
| weiter: | |||
| 41. | Andreas Kofler | AUT | 113,1 (125,0) |
| 51. | Bastian Kaltenböck | AUT | 101,3 (119,0) |
(apa/red)
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