Simbabwe schiebt EU 'Schwarzen Peter' zu: Cholera sei eine Folge der EU-Sanktionen
- Trinkwasseraufbereitung durch Strafen erschwert
- "Nicht die Politiker sondern das arme Volk leidet"

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Die staatlichen Medien in Simbabwe haben die Europäische Union für den Ausbruch der Cholera-Epidemie verantwortlich gemacht. Die Seuche sei eine Folge der EU-Sanktionen gegen das südafrikanische Land, hieß es im Leitartikel der staatlichen Zeitung "The Sunday Mail": "Der Ausbruch der Cholera ist ein anschauliches Beispiel für die Auswirkungen von Sanktionen auf unschuldige Menschen."
Die Menschen, die am meisten litten, seien nicht die Politiker, die durch die Sanktionen bestraft werden sollten, sondern "das arme Volk", hieß es weiter. Dem Land würden Devisen vorenthalten, die dringend für den Kauf von Chemikalien zur Trinkwasserdesinfektion benötigt würden.
Die EU-Außenminister werden nach Angaben der französischen Ratspräsidentschaft voraussichtlich die Sanktionen gegen die simbabwesische Führung verschärfen. Dabei wird vermutlich die Liste der in der EU "unerwünschten Personen" um zehn Namen erweitert. Derzeit umfasst sie rund 170 Simbabwesen, unter ihnen auch Staatschef Robert Mugabe. Auch dessen Vermögen sowie die seiner Vertrauten wurden in der EU eingefroren. In einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Erklärungsentwurf bedauern die EU-Außenminister die sich verschlechternde humanitäre Lage und den politischen Stillstand in Simbabwe.
Seit August starben in Simbabwe nach UNO-Angaben mindestens 575 Menschen an Cholera, mehr als 12.700 erkrankten. Am stärksten betroffen ist demnach die Hauptstadt Harare mit mindestens 179 Todesopfern und rund 6.450 Infizierten.
(apa/red)
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