Verseuchtes irisches Fleisch in 25 Ländern: Allerdings keine Importe nach Österreich
- Krebserregend: Zu hohe Dioxinwerte gemessen
- Schwerer Schlag für Schweinefleischproduzenten

Schweinefleisch aus Irland muss nach dem Fund krebserregender Substanzen in geschlachteten Tieren komplett vom Markt genommen werden. Die Regierung in Dublin forderte die einheimische Nahrungsmittelindustrie auf, sämtliche Schweinefleischprodukte zurückzuziehen. Der größte Abnehmer von irischem Schweinefleisch ist Großbritannien.
Die irische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit (FSAI) wies Verbraucher an, vorerst kein Schweinefleisch aus irischer Produktion zu essen. Die Kontrolleure hätten bei Laborversuchen Dioxine festgestellt, die offenbar aus einer Futtermischung stammen. Die Grenzwerte seien um das 80 bis 200-Fache überschritten worden. Betroffen sind demnach alle seit dem 1. September hergestellten Schweinefleischerzeugnisse.
FSAI-Sprecher Alan O'Reilly sagte, dass neben Würsten und Schinken auch mit Schweinefleisch belegte Tiefkühlpizzen zerstört werden müssten. Das Gesundheitsrisiko für Verbraucher sei bei den festgestellten Dioxin-Werten allerdings immer noch "äußerst gering". Der irische Staatsminister für Ernährung, Trevor Sargent, betonte, dass Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die vorrangigen Ziele der Regierung seien.
Harter Schlag für Schweinefleischproduzenten
Für die irischen Schweinefleischproduzenten bedeutet die Rückrufaktion einen schweren Schlag zu einer Zeit, wo sich die Wirtschaft des Landes ohnehin schon in einer Rezession befindet. Der Vorsitzende des irischen Bauernverbandes, Padraig Walshe, sprach von einem "absoluten Desaster" für die Branche, in der rund 5000 Menschen arbeiten. "Das Weihnachtsgeschäft ist die wichtigste Zeit des Jahres", sagte er dem öffentlich-rechtlichen Sender RTE. Dennoch rechnete er damit, dass die irischen Schweineprodukte bereits im Verlauf der kommenden Woche wieder angeboten werden könnten.
Wie viele Länder von verseuchtem Schweinefleisch aus Irland betroffen sind, war zunächst unklar. Die britische Lebensmittelbehörde erklärte, sie verfolge den Fall genau. Derzeit gebe es aber keinen Anlass zu ernster Sorge. Großabnehmer von Wurst und Schinken von der Grünen Insel sind außerdem Japan, Russland, Frankreich und die USA. (apa/red)
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