Drei Millionen Pilger reisen nach Mekka:
Die Hadsch als Pflicht der gläubigen Muslime
- 100.000 Sicherheitskräfte überwachen das Spektakel
- Symbolische Steinigung des Teufels im Mina-Tal
Über zwei Millionen Muslime werden in Mekka in Saudi-Arabien zum Beginn der islamischen Pilgerfahrt Hadsch erwartet. Die Gläubigen machen sich in der Früh zu Fuß oder in Bussen auf den Weg ins Mina-Tal, das rund fünf Kilometer östlich von Mekka liegt. Die Nacht verbringen die Pilger traditionell in Zelten, bevor sie auf den Berg Arafat steigen.
Anschließend ziehen sie zurück nach Mina, wo sie die Hadsch mit der symbolischen Steinigung des Teufels fortsetzen. Laut Koran sollte jeder Muslim einmal im Leben an der Hadsch teilnehmen. Die Pilgerfahrt wird von 100.000 Sicherheitskräften bewacht, um Anschläge und Massenpaniken zu verhindern. Im Jahr 2006 waren bei einer Massenpanik mehr als 360 Pilger totgetreten worden.
Fünf Säulen des Islam
Die Hadsch ist neben den täglichen Gebeten, den Almosen, dem Glaubensbekenntnis und dem Fasten im Monat Ramadan eine der fünf "Säulen des Islam". Jeder gläubige Muslim, dem es finanziell und gesundheitlich möglich ist, sollte ein Mal in seinem Leben zur Hadsch nach Mekka pilgern.
Nachdem während der Wallfahrt in früheren Jahren im Gedränge immer wieder Menschen zu Tode getrampelt worden waren, hatten die Behörden 2007 erstmals erfolgreich einen neuen Sicherheitsplan zum Einsatz gebracht. Auch heuer hat sich Saudi-Arabien mit einem massiven Sicherheitsaufgebot auf die Hadsch vorbereitet. Rund 100.000 Einsatzkräfte seien für die Pilgersaison abgestellt worden, erklärten die Behörden.
Opferfest
Auf die Wallfahrt folgt am kommenden Montag das Opferfest ("Eid al-Adha"). An diesem Tag, der nicht nur von den Pilgern in Saudi-Arabien, sondern von den Muslimen in aller Welt begangen wird, schlachten die Gläubigen ein Tier, um an die Opferbereitschaft Abrahams (Ibrahim) zu erinnern, die sowohl im Alten Testament als auch im Koran erwähnt wird. In den vergangenen Tagen hatten die Regierungen Syriens und Ägyptens Maßnahmen ergriffen, um dafür zu sorgen, dass ärmere Familien, die kein Opfertier erwerben können, sich zum Fest zumindest Fleisch kaufen können.
(apa/red)
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