RAF-Terrorist geht in keine Talk-Shows:
Christian Klar wird die Öffentlichkeit meiden
- Keine Interviews für Zeitungen und andere Medien
- Mehrfacher Mörder wird am 3. Jänner freigelassen

Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar wird seinem Anwalt zufolge nach seiner bevorstehenden Haftentlassung nicht in Talkshows auftreten. "Die Vorstellung, Herr Klar würde in Talkshows gehen, ist absurd", sagte Klars Rechtsanwalt Hans-Jürgen Schneider der Nachrichtenagentur AP. Auch Interviewanfragen von Zeitungen und Zeitschriften werde Klar ablehnen, sagte Schneider.
Die CDU hatte befürchtet, dass Klar als Talkshow-Gast durch die Sender tingle. Der Hamburger Innensenator Christoph Ahlhaus kündigte an: "Ich werde die Hörfunk-und Fernsehanstalten in einem Brief auffordern, Herrn Klar nicht auch noch in Talkshows und Interviews ein Forum zu bieten, um seine linksradikalen, aggressiven Angriffe gegen unseren Rechtsstaat öffentlich vor einem Millionenpublikum erneuern zu können."
Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte entschieden, den in den 80er Jahren wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilten Klar Anfang Jänner auf Bewährung freizulassen. Zuletzt hatte es Spekulationen über eine frühere Haftentlassung gegeben. Klars Anwalt erklärte, er gehe vom offiziellen Entlassungstermin am 3. Jänner 2009 aus. Über Zukunftspläne seines Mandanten machte Schneider keine Angaben.
Zur Begründung für die Freilassung hatten die Richter darauf verwiesen, dass bei dem Exterroristen keine Rückfallgefahr mehr bestehe und er aktiv an der Auflösung der RAF mitgewirkt habe. Union und Polizeigewerkschaft hatten die Haftentlassung kritisiert.
(apa/red)
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