Mittwoch, 3. Dezember 2008

Terror in Indien & Flughorror in Thailand:
Urlaubsreisen werden immer gefährlicher

  • NEWS: Risiken haben sich in letzten Jahren erhöht
  • PLUS: Wo Fernreisen noch sicher und günstig sind

„Wir sind jetzt seit dreißig Stunden auf den Beinen“, erzählen Ulrike Brandstätter und Andreas Marx, die Dienstagfrüh in Wien ankamen. Aus ihrer individuellen Traumreise in Thailand wurde für die beiden Wiener ein unfreiwilliger Abenteuertrip: Wegen der Sperre der Flughäfen Bangkoks verspätete sich ihre Rückkehr um vier Tage. „Als wir erfuhren, dass unser Flug nach Wien nicht stattfinden wird, machten wir uns auf eigene Faust auf den Weg nach Phuket, da wir hörten, dort gebe es Flüge.“ Zwölf Stunden Busfahrt und acht Stunden Wartezeit später hatten sie zwei heiß begehrte Standby-Tickets nach Helsinki ergattert. „Das Schlimmste war, dass das Handynetz nicht funktionierte, wir überhaupt keine Informationen hatten.“

Der Machtkampf zwischen Regierung und Opposition trifft Thailand zur Hauptreisezeit hart. Denn Tourismus zählt im südostasiatischen Staat zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. „Wir zerschlagen unser eigenes Porzellan“, sagt Wichit Na-Ranong, der Direktor des thailändischen Tourismusverbands. Seine Befürchtungen lassen sich auch in Zahlen ausdrücken: Wenn in der bald beginnenden Hauptsaison 50 Prozent weniger Touristen kämen, würde das Land mehr als zwei Milliarden Euro verlieren.

Da sich in Bangkok die Wogen zu glätten beginnen und viele ohnehin in den Süden des Landes wollen, dürfte sich der Schaden in Grenzen halten. Schlimmer wird es langfristig Indien treffen. Bei der Anschlagsserie auf die Hotels der Metropole Mumbai wurden Touristen gezielt ins Visier genommen. Die Stadt bot sich als Zwischenstopp auf dem Weg zu den Traumstränden von Goa und Kerala an. Doch hier gilt noch immer eine erhöhte Gefährdung der Sicherheit.

Wohin noch reisen?
Die Krise an den Flughäfen in Thailand, noch viel mehr der brutale Terror in Indien wirft nun die Frage auf, welches Reiseland als sicher betrachtet werden kann. Ein Faktum ist, dass sich während des vergangenen Jahrzehnts das Risiko erhöhte. Terroranschläge passierten in allen Weltregionen: von Ägypten, Bali und Djerba bis zur U-Bahn in London.

Dazu kommt nun, dass Piraten auch Kreuzfahrtschiffe im Visier haben. Als besonders riskant, auch dies zeigte das Schicksal von österreichischen Urlaubern, gelten Wüstentouren in Nordafrika, so man ohne wirklich professionelle Begleiter unterwegs ist. Doch politische Spannungen in einem Reisland müssen nicht immer den Urlaub platzen lassen, oft reicht es, vorsichtig zu sein. Wer gern reist, sollte sich jedoch immer mit Informationen über aktuelle Ereignisse versorgen.

Mehr dazu lesen Sie im aktuellen NEWS 49/08!

3.12.2008 15:00