Mittwoch, 3. Dezember 2008

Somalische Piraten lassen Frachter frei:
Österreicher entkommen einer Karperung

  • Österreicher auf Kreuzfahrtschiff haben großes Glück
  • EU will demnächst mit Piratenbekämpfung beginnen

Somalische Piraten haben einen Ende November gekaperten jemenitischen Frachter wieder freigegeben. Die Seeräuber hätten die "MV Arena" nach langen Verhandlungen verlassen und seien an Land gegangen, sagte ein Regierungsvertreter der von Somalia abtrünnigen Region Puntland. Lösegeld sei nicht gezahlt worden.

Somalische Piraten haben in diesem Jahr bereits rund hundert Schiffe entführt. Besonders spektakulär war die Kaperung des saudiarabischen Supertankers "Sirius Star" Mitte November. Die Seeräuber verlangen 25 Millionen Dollar (rund 19,5 Millionen Euro) Lösegeld für die Freilassung.

Kreuzfahrtschiff entkommt
Zuvor wurde Nahe der somalischen Küste ein US-Kreuzfahrtschiff von Piraten angegriffen. An Bord befanden sich auch Österreicher.
Piraten haben in der Nähe der somalischen Küste ein US-Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1.000 Menschen an Bord zu kapern versucht. Das Schiff war im Golf von Aden unterwegs, als es von sechs Piraten in zwei schnellen Booten angegriffen wurde, wie Noel Choong, der Leiter der für Piratenüberfälle zuständigen Abteilung des International Maritime Bureau in Malaysia, mitteilte.

Die Piraten hätten auf das Schiff mit 656 Passagieren und 399 Besatzungsmitglieder geschossen, dieses sei den Piraten aber mit hoher Geschwindigkeit davon gefahren, sagte Choong. "Es war großes Glück, dass das Kreuzfahrtschiff entkommen konnte." Die Reederei Oceania Cruises erklärte, es habe sich bei dem angegriffenen Schiff um die "Nautica" gehandelt. Acht Schüsse seien auf das Schiff abgegeben worden. Die 5. US-Flotte in Bahrain bestätigte den Überfall, nannte aber keine weiteren Einzelheiten.

Die "Nautica" befand sich auf einer 32-tägigen Kreuzfahrt von Rom nach Singapur mit Stopps in Ägypten, Oman, Dubai, Indien, Malaysia und Thailand, wie es auf der Website der Reederei hieß.

EU will mit Piratenbekämpfung beginnen
Die EU beginnt demnächst mit der Piratenbekämpfung vor der Küste Somalias. Das teilte EU-Chefdiplomat Solana am Rande eines Treffens der NATO-Außenminister mit. Sechs Kriegsschiffe und drei Flugzeuge aus den EU-Staaten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Griechenland lösen im Rahmen der "Operation Atalanta" eine Flotte der NATO ab.

(apa/red)

3.12.2008 14:32