Briten empört neue "Mittelalter-Methode": Leuchtwesten für Straftäter im Sozialdienst
- Menschenrechtsorganisationen laufen Sturm
- "Nichts, was wir in einem zivilisierten Land brauchen"

Tausende britische Straftäter, die Sozialdienst ableisten, müssen künftig Leuchtwesten tragen. Die Regierung kündigte an, in England und Wales rund 10.000 orangene Westen mit der Aufschrift "Community Payback" zu verteilen. Das bedeutet so viel wie: "Wir müssen es bei der Gemeinde wieder gutmachen". Damit soll den Bürgern nach Angaben des Justizministeriums vermittelt werden, dass Täter im Sozialdienst auch wirklich eine Strafe abarbeiten müssen.
Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Maßnahme scharf. "Wir hoffen, dass von dieser Mittelalter-Methode keiner einen Schaden davon trägt. Das ganze ist billig, gemein und nichts, was wir in einem zivilisierten Land brauchen", sagte die Direktorin der Organisation Liberty, Shami Chakrabarti. Andere Kritiker äußerten Bedenken, dass die Straftäter so leichter Opfer von öffentlichen Angriffen werden könnten.
Justizminister Jack Straw erklärte dagegen, das Vorhaben sei nicht dazu da, Straftäter anzuprangern. Es gehe darum, der Öffentlichkeit zu zeigen, "dass Justiz vollzogen wird."
(apa/red)
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