Kinderpornografie bei Ex-Gemeinderat:
Grazer wurde zu bedingter Haft verurteilt
- Auf Computer wurde belastendes Material entdeckt
- Angeklagter beteuert bis zuletzt seine Unschuld

Ein ehemaliger KPÖ-Gemeinderat stand in Graz vor Gericht. Bei ihm waren zahlreiche Fotos mit kinderpornografischen Darstellungen gefunden worden. Der Angeklagte rechtfertigte sich damit, dass die unterschiedlichsten Personen Zugang zu seinem Computer gehabt hätten. Der Richter glaubte ihm das allerdings nicht und verurteilt ihn zu einer Geldstrafe sowie einer bedingten Haftstrafe.
Der mittlerweile arbeitslose ehemalige Gemeindebedienstete hatte sein Mandat sofort zurückgelegt, als das belastende Material in seiner Wohnung gefunden wurde. Anschließend legte er ein Geständnis ab, dass er aber bald widerrufen hat. "Ich habe gedacht, damit ist alles erledigt, ich wollte das für meine Bekannten auf mich nehmen", erklärte er vor Gericht. Er habe ein offenes Haus gehabt, bei ihm seien die Leute aus und ein gegangen und hätten auch seinen Computer benützt.
Nachweislich im Ausland
"Das sind ganz, ganz grausliche Geschichten, bei denen Kinder zur Ware gemacht werden. Meine sexuellen Neigungen sind meilenweit davon entfernt", versuchte sich der Angeklagte zu rechtfertigen. In einem Fall sei er sogar nachweislich im Ausland gewesen, während Dateien mit Kinderporno-Fotos heruntergeladen worden waren, betonte sein Verteidiger Rainer Beck.
Der Richter lehnte alle Beweisanträge ab, sprach den Ex-Politiker schuldig. Er wurde zu einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 1.800 Euro sowie einer bedingten Haftstrafe von vier Monaten verurteilt. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.
(apa/red)
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