NEWS-Redakteur Heinz Sichrovsky über die neue Regierung: Prinzip Hoffnung
Zwanzig Millionen: Diese jährliche Mindesterhöhung des Kunstbudgets steht im Regierungsprogramm festgeschrieben. 20 Millionen: Mit dieser Summe beziffern allein die Bundestheater ihren jährlichen Mehrbedarf. Soll die von der Kunstministerin erstrittene Summe also nicht verzischen wie der Inhalt einer Gießkanne im Ätna, wird sich der Finanzminister auch während der weiterführenden Budgetverhandlungen generös zeigen müssen. Sein Onkel Erwin erklärte via NEWS, er werde auf den Buben, der auch als Kulturmensch gute Anlagen vorweise, schon einzuwirken wissen. Vorsichtiges Zutrauen sollte gestattet sein, zumal Josef Pröll schon mit den aktuellen 20 Millionen bekräftigt hat, dass er nicht, wie sein Vorgänger, zur Fundamentalopposition gegen andersgefärbte Ressortinhaber entschlossen ist.
Vielleicht entsorgt auch die neue Justizministerin den debilen Passus des Antikorruptionsgesetzes, der Sponsoren kriminalisiert (statt sie, wie anderswo, steuerlich zu entlasten). Vielleicht verzichtet man in Salzburg auf eine Knallerbse für den Landtagswahlkampf und verlängert Jürgen Flimms Vertrag, um dem täglich logischeren Nachfolger Markus Hinterhäuser noch etwas Zeit zu geben. Vielleicht beendet der dafür die Blockade gegen den großen, in Salzburg sehr benötigten Pianisten Rudolf Buchbinder. Hoffen wird man ja noch dürfen.

