Sandra Kartik über den Blick fürs Wesentliche.
In bester Gesellschaft

Professionelles Posen will gelernt sein. Was dem Promi Alltagsroutine ist, kann sich für Gesellschaftsjournalisten zum Alptraum auswachsen: Einerseits sollen wir uns ja von Berufs wegen im Hintergrund halten. Doch gemeinsame Interviewfotos mit Reich und Schön stärken nicht nur das Ego, sie dokumentieren auch, dass man dem Begehrten leibhaftig gegenübergesessen ist. Interview und Erinnerungsfoto mit James Blunt also: Trotz bescheidener Körpergröße sieht der Schmusesänger aus wie ein Megastar. Ich hingegen gebe die Teekanne (bauchiger Rumpf, Arme im 90-Grad-Winkel in die Hüfte gestützt), lächle verkrampft und ähnle eher einer Drag Queen als meinem Spiegelbild.
Riesenhaft und unnatürlich, eine hässliche Rüschentussi, wie eine Kollegin aus konkurrierendem Verlag wenig schmeichelhaft kommentiert. Etwas später: Schnappschuss mit Oli Pocher. Wenngleich etwas rotwangig, hat mein Abbild diesmal frappante Ähnlichkeit mit dem Original. Die augenzwinkernde Frage des Comedians Machen wir es im Wohn- oder Schlafzimmer? hat die Stimmung gelockert. Und darin liegt letztlich das Geheimnis.
