Mittwoch, 3. Dezember 2008

Christoph Wagner über gute Köche
und böse Feen

  • Warum ist Christian Petz verschwunden?

Als Christian Petz vor mittlerweile einem halben Jahrzehnt vom „Meinl am Graben“ ins „Palais Coburg“ wechselte, sagte er mir, eine „gute
Fee“ habe ihn dahin gelockt. Die gute Fee hieß Peter Pühringer, ist mittlerweile auch als Sängerknaben-Mäzen wohlbekannt und schuf für Petz in einem renovierten Wiener Traumschloss ein Tischleindeckdich ganz nach dessen persönlichem Gusto. Das Märchen schien mit der Verleihung der lang ersehnten vierten Haube an Starkoch Petz schon seinem Happy End zuzusteuern.

Doch Petz verhielt sich gar nicht wie ein Märchenprinz – und kündigte der guten Fee. Diese hatte nämlich den Zauberstab längst gegen den Rechenstift eingetauscht. Und wo gespart wird, weiß Meister Petz, können sich vier Hauben nicht lange halten. Ähnliche Erfahrungen haben andere Meisterköche mit anderen „guten Feen“ aus Weltkonzernen wie Red Bull, Porsche oder Magna gemacht. Gute Feen werden, mitunter auch durch Einziehen neuer Managementebenen, schnell zu bösen. Und kulinarische Träume zerrinnen offenbar genauso leicht, wie Immobilien-, Kredit- und andere Blasen platzen.

3.12.2008 16:35