Freitag, 28. November 2008

SOS ORF! Am Küniglberg droht nach der Mitarbeiterversammlung totaler Kahlschlag!

  • TV-MEDIA-Experte Martin Wurnitsch über die Krise
  • Wrabetz muss den ORF zukunftssicher gestalten

Kahlschlag am Küniglberg. Eine Schockwelle ging gestern durch den ORF. Bei der Mitarbeiterversammlung im großen TV-Theater verkündete Generaldirektor Alexander Wrabetz einschneidende Sparmaßnahmen: Runden 1.000 Mitarbeiter werden zwangspensioniert oder "ausgelagert". Der Standort Küniglberg wird aufgegeben. Greifen die Maßnahmen nicht, droht 2012 die Pleite. Die Pleite!

Nach Telekom und AUA also der nächste staatsnahe Betrieb, den die Krise voll erwischt. Für die Mitarbeiter des ORF mögen die Einschnitte drastisch sein. Aber: In der Krise liegt auch eine Chance. Die Chance seit langen Jahren notwendige Strukturreformen umzusetzen. Der ORF ist nämlich immer noch mehr Amt als Wirtschaftsunternehmen: ein aufgeblähter Apparat, jede Menge "weiße Elefanten", unendlich lange Entscheidungsabläufe.

Nur wenn Wrabetz die Wende schafft und den ORF zukunftsfit macht, bleibt er uns als nationale Institution erhalten. Wenn nicht, wird über kurz oder lang privatisiert. Und wollen wir das wirklich?

(Martin Wurnitsch)

Mehr zur tiefen Krise beim ORF lesen Sie im nächsten TV-MEDIA!

28.11.2008 13:26