Auto-Krise erreicht nun auch Österreich:
Pilkington schließt Produktion in Eisenerz
- Sozialplan für Mitarbeiter wird nun ausgearbeitet
- Trotz Wirtschaftskrise überraschende Entscheidung

·US-Regierung will
die Kredite ankurbeln
25 bis 100 Mrd. Dollar sollen in Projekt fließen
·200 Mrd. Euro für das
EU-Konjunkturpaket
Investitionen & Senkung
der MwSt. vorgeschlagen
Der zur NSG Group gehörende obersteirische Autozulieferbetrieb Pilkington Automotive wird seinen Standort in Eisenerz im Bezirk Leoben schließen. Die davon betroffenen Mitarbeiter seien in einer Betriebsversammlung davon in Kenntnis gesetzt worden. Die Entscheidung sei kurzfristig erfolgt und sei auf die Krise in er Automobilindustrie zurückzuführen, hieß es.
Er werde für die betroffenen Mitarbeiter einen Sozialplan geben. In Eisenerz produziert der Automotive-Geschäftsbereich der japanischen NSG Group Windschutzscheiben für den Erstausrüstermarkt und den Ersatzteilmarkt. Der Standort Eisenerz habe seit Jahren mit Auslastungsproblemen zu kämpfen gehabt. Die dramatischen Entwicklungen in der Weltwirtschaft und die damit verbundene aktuelle Krise der Automobilindustrie hätten für eine drastische Verschärfung der ohnehin problematischen Situation in Eisenerz gesorgt.
Rasche Entscheidung
Ein detaillierter Zeitplan für die Schließung soll in den nächsten Wochen erarbeitet werden, ein Sozialplan ist vorgesehen. Maßnahmen wie Kurzarbeit seien zwar fast vorbereite gewesen, aber dann habe die Entscheidung rasch getroffen werden müssen, so eine Sprecherin. Zumindest bis Jahresende dürfte es noch eine Produktion geben, bis dahin werden die "üblichen Maßnahmen" ergriffen, wie das Aufbrauchen von Resturlaub oder Zeitausgleich.
Bereits im Mai 2004 hatte der britische Glashersteller Pilkington die Schließung seiner Österreich-Standorte in Brunn am Gebirge und Linz bekanntgegeben. Als Gründe für die Schließungen waren damals "sinkende Absatzmengen, ein Preisverfall von 30 bis 40 Prozent in den vergangenen Jahren im Bereich von Standard-Isolierglas für Fassaden sowie steigender Druck der Mitbewerber, vor allem aus dem süddeutschen Raum" genannt worden. Zuletzt hatte es im Juni 2002 Spekulationen über die Schließung des Werkes in Eisenerz gegeben.
(apa/red)

