Postgewerkschaft rüstet sich für Streik:
Arbeitsniederlegung im Dezember denkbar
- Bundesvorstand brachte Streik-Antrag beim ÖGB ein
- Einbruch zu Weihnachten würde Post hart treffen

·Stellenstreichungen vorerst vom Tisch
Gewerkschaft hält Streik-
drohung aber aufrecht
·GRAFIK: Wie geht es der Post tatsächlich?
Vom Umsatz bis zur Entwicklung der Aktien
·Telekom droht mit Streik im Dezember
Kolek: Beschluss dauert
"maximal eine Stunde"
Der angedrohte Streik der Post-Bediensteten gegen Personalabbau und Ämterschließungen nimmt konkrete Formen an. "Der Bundesvorstand der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF) hat einstimmig beschlossen, beim ÖGB-Vorstand den Antrag auf Durchführung von Streikmaßnahmen zur Abwehr der vom Vorstand der Österreichischen Post AG geplanten Maßnahmen zu stellen", teilte die Postgewerkschaft in einer Aussendung mit.
Laut einem Strategiepapier der Post AG sollen bis 2015 rund 9.000 Postler abgebaut und 1.000 der 1.300 Postämter an Postpartner abgegeben werden. Nachdem SPÖ-Chef und Verkehrsminister Werner Faymann den Schließungen zumindest bis Mitte 2009 einen Riegel vorgeschoben hatte, rief Finanzminister Wilhelm Molterer als Eigentümervertreter einen Postgipfel ein, bei dem das Strategiepapier zu Grabe getragen wurde. Nun sollen die Einsparungen jährlich beschlossen werden, am Ende soll es rund zwei Drittel weniger Postämter geben, so Postchef Anton Wais nach dem Gipfel. Für den obersten Postgewerkschafter Gerhard Fritz ist dies eine "Strategie des Wahnsinns".
Sollte es zu einem Streik vor Weihnachten kommen, würde das Kunden wie Unternehmen hart treffen. Denn statt der üblichen 160.000 bis 180.000 Pakete und 4,5 bis fünf Millionen Briefe pro Tag steigt die Sendungsmenge in der Vorweihnachtszeit auf das doppelte an.
(apa/red)

