Donnerstag, 27. November 2008

Fast alle Würfel sind gefallen: Vor letzter Runde nur noch drei Achtelfinalplätze offen

  • Inter Mailand, Atletico Madrid und Liverpool weiter
  • Für Bremen geht es nur noch um Uefa-Cup-Platz

In der Gruppenphase der Fußball-Champions League sind fast alle Würfel gefallen. Vor der sechsten und letzten Runde in zwei Wochen stehen schon 13 der 16 Achtelfinalisten fest. Im Pool A ermitteln AS Roma, Chelsea FC und Girondins Bordeaux zwei Aufsteiger, in Gruppe B kämpfen der Ivanschitz-Club Panathinaikos Athen und Rapid-Bezwinger Anorthosis Famagusta im direkten Duell um einen Startplatz.

In den Mittwoch-Spielen fixierten Inter Mailand, Atletico Madrid und Liverpool FC den Aufstieg. Mit Schachtjor Donezk steht der dritte Tabellendritte nach Aalborg BK und UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg fest. Vor der finalen Runde sind nach Celtic Glasgow und BATE Borisow nun auch der FC Basel und CFR Cluj als Schlusslichter endgültig aus dem Rennen für einen eventuellen Wechsel in den "anderen" Europacup.

Fast wäre aus dem Quartett ein Quintett geworden, doch Werder Bremen darf sich nach dem dritten Gruppen-Out en suite wenigstens noch geringe Hoffnungen auf einen Wechsel in den UEFA-Cup machen, benötigt aber auch die Hilfe von Ivanschitz und Co. Das Schlusslicht im Pool B rettete im Finish in Nikosia nach einem 0:2-Rückstand gegen Arnorthosis ein Remis. Diego verkürzte zunächst per Elfer und Hugo Almeida glich aus.

Gegen die nun 42 Pflichtspiele en suite daheim ungeschlagenen Zyprioten wäre dem Portugiesen nur 30 Sekunden nach dem 2:2 fast das Siegestor geglückt, als er alleine auf das Famagusta-Gehäuse lief, aber an Zoltan Nagy, dem Ersatzmann des verletzten Arian Beqaj, scheiterte. "Wir spielten nur in den letzten 20 Minuten gut", meinte Werder Trainer Thomas Schaaf, der den auf der Bank sitzenden Sebastian Prödl nicht einsetzte und dessen Landsmann Martin Harnik wegen Verletzung daheim gelassen hatte.

Allofs mit klaren Worten
Deutlicher als die Worte von Schaaf fiel die Kritik von Sportdirektor Klaus Allofs aus, der feststellte: "Wenn man zweimal gegen Famagusta nicht gewinnt, dann ist man einfach zu schlecht. Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir dürfen uns nichts vormachen. Wir sind nicht so gut, wie wir vor zwei Jahren waren. Wir müssen nun gegen Inter alles tun, um wenigsten in den UEFA-Cup zu kommen." Werder habe verstärkt auf Talente gesetzt, vielleicht werde jetzt wieder mehr auf die Elemente Erfahrung und Cleverness geschaut, um die Balance zwischen Jung und Alt herzustellen.

Auch der CL-Debütant von der Mittelmeerinsel war nach dem Schlusspfiff enttäuscht. "Bis zur 72. Minute haben wir keinen Fehler gemacht, dann aber gepatzt und wir wurden dafür bestraft", resümierte Anorthosis-Feldherr Temuri Ketsbaia, dessen Truppe nun am 9. Dezember in Athen gegen Panathinaikos gewinnen muss, um mit dem Einzug ins Achtelfinale für eine weitere Sensation zu sorgen. Den Hellenen würde hingegen schon ein Punkt fürs Achtelfinale reichen.

Panathinaikos siegt erstmals in Italien
Die Griechen, die ohne ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz angetreten waren, feierten im neunten Versuch nach sechs Niederlagen und zwei Remis den ersten Sieg in Italien. Das überraschende 1:0 gegen Inter in San Siro fixierte der aufgerückte spanischen Innenverteidiger Jose Serriegi in der 69. Minute per Abstauber. Erst danach wachten die Schützlinge von Startrainer Jose Mourinho auf, zu spät, denn der Ausgleich gelang ihnen nicht mehr.

"Die Niederlage war gerecht, mit dieser Leistung hätten wir es uns nicht verdient, schon jetzt im Achtelfinale zu stehen. Es wäre gerechter gewesen, wenn wir uns erst in Bremen hätten qualifizieren müssen", gab der Portugiese zu, während sein niederländischer Kollege Henk ten Cate, der mit einer 5-1-3-1-System sein Glück versucht und gefunden hat, zufrieden feststellte: "Wenn man so organisiert auftritt wie wir heute kann man viele Teams in Europa überraschen - sogar die ganz großen wie Inter."

Chelsea hat Matchball
In Gruppe A setzte sich die AS Roma in Rumänien gegen Schlusslicht CFR Cluj an die Tabellenspitze, da Chelsea FC in Bordeaux über ein schmeichelhaftes 1:1 nicht hinauskam. Die Engländer waren mit dem ersten Torschuss durch den Franzosen Anelka nach einer Stunde in Führung gegangen, für die Hausherren glich A. Diarra erst in der 83. Minute aus. Die Engländer müssen im "Finale" daheim gegen Cluj auf den ausgeschlossenen Kapitän Lampard verzichten, die Roma hat Bordaux zu Gast.

In Gruppe C sicherte sich im Duell der Qualifizierten der FC Barcelona in Lissabon gegen Sporting mit 5:2 den ersten Tabellenplatz und fixierte Schachtjor Donezk daheim durch das 5:0 gegen FC Basel die UEFA-Cup-Teilnahme. Bei Barca war Lionel Messi einmal mehr der herausragende Akteur, die Zeitung Marca bezeichnete ihn sogar als "Lebensversicherung" für die Katalanen. Die UEFA-Cup-Teilnahme wird im Pool D im Fernduell zwischen Olympique Marseille und PSV Eindhoven entschieden, nachdem sich Atletico Madrid im Geisterspiel vor leeren Tribünen gegen die Niederländer (2:1) und der Liverpool FC an der Anfield Road gegen die Franzosen (1:0) in die K.O.-Runde schossen.
(apa/red)

27.11.2008 14:03