Sollen Doping-Sünder ins Gefängnis gehen?
ÖLV & ÖRV unterstützen Darabos-Forderung
- Beide Verbände für strafrechtliche Konsequenzen
- FPÖ: "Weit über gewünschtes Ziel hinausgeschossen"
·Gefallene Helden!
Von "Goldi" bis Kohl
Die österreichischen Sportler im Dopingsumpf
·Kohl versteht Strafe noch immer nicht
Doping-Radler hat "sehr wohl Namen genannt"

Die österreichischen Fachverbände der Sportarten Leichtathletik (ÖLV) und Radsport (ÖRV) unterstützen den Vorschlag des designierten und für die Sportagenden zuständigen Verteidigungsminister Norbert Darabos nach strafrechtlichen Konsequenzen bei Dopingvergehen. "Neben umfassenden bewusstseinsbildenden Maßnahmen hält der ÖLV die Verschärfung des Anti-Doping-Gesetzes zur stärkeren Abschreckung für einen wirkungsvollen und wichtigen Schritt in der Dopingbekämpfung", hieß es in einer Aussendung des ÖLV.
Wichtig sei eine vernünftige und maßvolle Vorgangsweise, um neue Maßnahmen ins übrige Rechtssystem einzuordnen. Es würde nicht zusammenpassen, wenn für Dopingsünder Haftstrafen vorgesehen sind, für betrügerische Manager hingegen nur Geldstrafen, hieß es weiters. "Der Ausschluss von öffentlichen Fördermaßnahmen für Dopingsünder soll wirklich alle Förderbereiche betreffen. Sämtliche rechtlichen Grundlagen sollen dazu angepasst werden. Mit schärferen rechtlichen Maßnahmen ist gleichzeitig auch ein stärkerer Schutzmechanismus für Sportler zu schaffen, da Fehler im Kontrollsystem trotz größter Sorgfalt nicht auszuschließen sind."
Übers Ziel hinaus geschossen
"Darabos schießt weit über das gewünschte Ziel hinaus, wenn er nun Sportlern wegen Dopingvergehen mit Gefängnis droht", meldete sich FPÖ-Sportsprecher Herbert Kickl zu Wort. Wenn Darabos meine, dies sei für den Kampf gegen Dopingsünder unerlässlich, dann verkenne er die damit verbundene Unverhältnismäßigkeit. Denn im Grunde sei eine längere Sperre für einen Sportler bereits Strafe genug, weil gerade ein Spitzensportler ohnehin nur eine relativ kurze Zeitspanne für seine Karriere zur Verfügung habe. "Ein viel sinnvollerer Weg wäre es, endlich eine wirksame Ermittlungsbehörde für den Bereich Doping einzurichten, die auch weitreichende Kompetenzen habe."
(apa/red)
