Gezieltes Morden in Mumbai: Attentäter hatten es auf Juden und Israelis abgesehen
- Terrorist: Rache für "Gräueltaten" gegen Palästienser
- 172 Todesopfer: Protestkundgebung vor Taj Mahal
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Die Attentäter von Mumbai (Bombay) hatten es gezielt auf Juden und Israelis abgesehen. Man habe die israelischen "Gräueltaten" gegen die Palästinenser damit rächen wollen, erklärte der einzige überlebende Terrorist laut der "Times of India". Die Zahl der Todesopfer wurde mittlerweile nach unten korrigiert. Laut indischen Behörden kamen bei den Angriffen 172 Menschen ums Leben, rund 293 wurden verletzt. Unterdessen wächst in der Bevölkerung der Unmut über die Politiker. nach dem Rücktritt des Innenministers kam es vor dem Taj Mahal zu einer großen Protestkundgebung.
Der gefasste Pakistani habe weiter gesagt, deshalb sei das Nariman-Gebäude in der westindischen Finanzmetropole, in dem sich ein jüdisches Gemeindezentrum mit Gästehaus befindet, als eines der Ziele ausgesucht worden. Dort kommen zahlreiche israelische wie jüdische Reisende aus anderen Ländern unter.
Der Sender NDTV berichtete unter Berufung auf die Ermittler, der 21-jährige Attentäter habe zugeben, dass er Mitglied der muslimischen Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba (Armee der Reinen) sei.
Spionage in jüdischem Zentrum
Wie die "Times of India" weiter berichtete, sollen die Komplizen, die während des dreitägigen Terrordramas in Bombay erschossen worden waren, vor einiger Zeit in dem jüdischen Gästehaus gewohnt haben. Sie hätten sich als Studenten aus Malaysia ausgegeben, um das Gebäude auszuspionieren. Nach offiziellen israelischen Angaben wurden in dem Gemeindezentrum neun Geiseln ermordet.
Innenminister zurückgetreten
Als Reaktion auf die Anschläge ist Indiens Innenminister Shivraj Patil von seinem Posten zurückgetreten. Patil habe sich verpflichtet gefühlt, die "moralische Verantwortung" für die Anschlagsserie zu übernehmen, hieß es aus Regierungskreisen. Demnach teilte er seinen Rücktritt Regierungschef Manmohan Singh in einem Brief mit. Patil war nach den Anschlägen in Bombay heftig von den indischen Medien für die unsichere Lage im Land kritisiert worden.
Der indische Premierminister berief die Vorsitzenden aller großen Parteien zu einer Krisensitzung ein. Dabei geht es voraussichtlich auch um den Vorwurf an die Adresse des Nachbarlandes Pakistan, für die mörderischen Anschläge muslimischer Extremisten in der indischen Wirtschaftsmetropole verantwortlich zu sein.
Unmut über Politiker
Nach dem Ende des Terrordramas wächst in der Bevölkerung der Unmut über die politische Führung. In der westindischen Metropole versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Luxushotel "Taj Mahal" zu einer Protestkundgebung. Die Demonstranten warfen der Regierung Scheitern vor.
Die politische Führung habe es nicht geschafft, mit dem Terrorismus fertig zu werden. Dagegen lobten die Teilnehmer das Vorgehen der Sicherheitskräfte.
(apa/red)
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