Explosionen verschärfen Spannungen in Bangkok: Granaten verletzten 50 Menschen
- Hilfe für Touristen: 44 Euro pro Tag aus Staatskasse
- Flugverkehr weitgehend lahmgelegt. PLUS: VIDEO!

·Thailand: Blutige Demonstrationen
VIDEO: Demonstranten rüsten sich für den Kampf
·Außenministerium
rät von Einreise ab
Sicherheitsrisiko sei in
Thailand derzeit hoch
·Kein Ende der Unruhen in Thailand
Demonstranten stürmen Flughafen von Bangkok
In Thailand ist kein Ende des Machtkampfs zwischen der Regierung und der oppositionellen "Volksallianz für Demokratie" (PAD) abzusehen. Bei der Explosion mehrerer Sprengsätze in der Hauptstadt Bangkok sind mindestens 51 Regierungsgegner verletzt worden, vier von ihnen schwer. PAD-Aktivisten setzten die Blockade der Flughäfen ungehindert von Organen der Staatsgewalt fort. Mehr als 20.000 Anhänger der Regierung von Ministerpräsident Somchai Wongsawat gingen am Abend in Bangkok zu einer Gegendemonstration auf die Straße. Mehr als 100.000 Touristen und Geschäftsreisende sitzen in dem südostasiatischen Land fest.
Die von dem Pressemagnaten Sondhi Limthongkul gegründete PAD will den Rücktritt Somchais erzwingen, in dem sie nur eine Marionette seines Schwagers, des 2006 vom Militär gestürzten und exilierten Thaksin Shinawatra sieht, dem massive Korruption zur Last gelegt wird. Die PAD wird von den konservativen Eliten des Königreichs getragen, während die regierende "Partei der Volksmacht" (PPP) - Nachfolgeorganisation der aufgelösten Partei "Thai Rak Thai" (TRT) ("Thais lieben Thais") von Thaksin - von der armen Landbevölkerung unterstützt wird. Somchai harrt unterdessen mit seinem Kabinett in Chiang Mai aus, rund 600 Kilometer nördlich von Bangkok.
Regierungsgegner kompromisslos und siegesgewiss
Die Regierungsgegner zeigten sich trotz wachsenden Unmuts in der Bevölkerung weiter kompromisslos und siegesgewiss. Am Dienstag stehe der Sieger der Konfrontation fest, prophezeite einer der PAD-Führer, Ex-General Chamlong Srimuang. Dann entscheidet das Verfassungsgericht über ein Verbot der PPP. Gegen sie läuft eine Klage wegen Wahlbetrugs und Stimmenkaufs bei dem Urnengang im Dezember 2007. Der Regierungschef müsste im Fall der höchstgerichtlich angeordneten Auflösung seiner Partei umgehend zurücktreten. Armeechef General Anupong Paochinda hat bisher ablehnend auf Forderungen nach einem Militärputsch reagiert und die Regierung aufgefordert, unverzüglich Neuwahlen herbeizuführen.
Hoffnung auf Lösung
Chamlong hatte Hoffnung auf eine Lösung der Krise noch vor dem 81. Geburtstag von König Bhumibol Adulyadej kommenden Freitag geweckt: "Wir glauben, dass die Lage nicht lange so bleiben wird wie jetzt, weil wir den wichtigen Tag im Auge haben", sagte der PAD-Führer. Der Monarch, der 1946 den Thron bestiegen hatte, hat sich in dem Konflikt bisher strikt neutral verhalten, Königin Sirikit hatte aber demonstrativ an der Beisetzung einer PAD-Anhängerin teilgenommen, die bei einer Demonstration ums Leben gekommen war.
Barrikaden aus Stühlen und Gepäckwagen
PAD-Anhänger haben am internationalen Flughafen Barrikaden aus Stühlen und Gepäckwagen aufgebaut, um eine Erstürmung durch Sicherheitskräfte zu vereiteln. Die Polizei marschierte am Samstag zwar auf, zog sich aber schnell wieder zurück. Premier Somchai hatte am Freitag den obersten Polizeichef, General Patcharawat Wongsuwan, entlassen, der sich früheren Anordnungen widersetzt hatte, die Massenproteste zu unterbinden. Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und die thailändischen Behörden versuchten mit Hochdruck, die gestrandeten Touristen auszufliegen.
ASEAN-Gipfel verschoben?
Der für 15. bis 18. Dezember geplante ASEAN-Gipfel in Thailand muss nach Ansicht von Außenminister Sompong Amornviwat wegen der anhaltenden Proteste möglicherweise auf nächstes Jahr verschoben werden. Der Südostasiatischen Staatengemeinschaft gehören neben Thailand Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Brunei, Vietnam, Laos, Kambodscha und Burma an.
(apa/red)
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