Donnerstag, 27. November 2008

Treffen zwischen Chavez und Medwedew:
Russischer Präsident vertieft Beziehungen

  • Neues Atomenergieprogramm und Waffenlieferungen
  • Moskau unterstützt weiterhin Gegner der US-Politik

Der russische Staatschef Medwedew ist zu einem Treffen mit Venezuelas Präsident Chavez in Venezuela eingetroffen. Während des zweitägigen Besuchs waren in der Karibik gemeinsame Militärübungen der venezolanischen Marine mit russischen Kriegsschiffen geplant. Die Manöver finden vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen den USA und Russland statt.

Medwedew sagte Venezuela Unterstützung beim Start eines Atomenergieprogramms und weitere Waffenlieferungen zu. Waffenlieferungen an das vom erbitterten US-Gegner Chavez regierten südamerikanischen Landes "seien nicht gegen ein anderes Land gerichtet", erklärte Medwedew. Chavez würdigte Moskaus Rolle beim Aufbau einer multipolaren Welt, die nicht länger von den USA dominiert werde.

Neue Rolle Russlands
"Russland muss seine Rolle in der Welt spielen", sagte Chavez bei einer Zeremonie im Präsidentenpalast, bei der ein Abkommen unterschrieben wurde. Medwedew bezeichnete Venezuela als einen der wichtigsten Verbündeten Moskaus in Lateinamerika, betonte aber auch: "Es ist eine pragmatische Beziehung".

Medwedew will auf seiner Reise die während des Kalten Krieges starken Beziehungen Moskaus in die Region wiederbeleben. Neben Venezuela besucht der russische Staatschef auch Peru, Brasilien und Kuba.

Treffen auf Kreuzer
Beim ersten Besuch eines russischen Präsidenten in Venezuela werden sich Medwedew und Chavez auf dem russischen Kreuzer "Peter der Große" treffen. Das größte Kriegsschiff der russischen Flotte gehört zu einem Verband, der am Dienstag in Venezuela eintraf und in der Karibik Manöver abhalten soll. Es ist der erste größere Aufenthalt russischer Kriegsschiffe in der Karibik seit dem Kalten Krieg. Die Demonstration militärischer Stärke gilt als Antwort Moskaus auf die Entsendung amerikanischer Kriegsschiffe nach Georgien im jüngsten Kaukasuskonflikt und den US-Plänen für ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa.

US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die Anwesenheit einiger russischer Kriegsschiffe ändere nichts an der militärischen Vormachtstellung der USA in der Karibik. Bei seinem Besuch in Brasilien kündigte Medwedew ein Gipfeltreffen mit Brasilien Indien und China an, auf dem neue Regeln für die Weltwirtschaft geschaffen werden sollen.(apa/red)

27.11.2008 09:16