Donnerstag, 27. November 2008

Ausnahmezustand auf Bangkok-Airports:
Demonstranten verweigern einen Abzug

  • Werden besetzte Flughäfen mit Gewalt geräumt?
  • Touristen sitzen durch Blockade in Thailand fest

Thailands Regierung hat über zwei von Regierungsgegnern besetzte Flughäfen in der Hauptstadt Bangkok den Ausnahmezustand verhängt. Polizei und Militär versuchten, die Blockaden der Demonstranten aufzulösen, erklärte Ministerpräsident Somchai in einer Rede an die Nation. Zuvor hatte der Regierungschef eine Rücktrittsforderung der Armee abgelehnt und das Militär vor einem Eingreifen gewarnt.

Somchais Weigerung verlieh Spekulationen neue Nahrung, die Streitkräfte bereiteten trotz gegenteiliger Bekundungen einen Putsch vor. Es wäre der 19. Putsch oder Putschversuch in den vergangenen 76 Jahren in Thailand. Vor zwei Jahren hatte das Militär Ministerpräsident Thaksin, einen Schwager Somchais, abgesetzt. Die Opposition und die Demonstranten an den Flughäfen werfen Somchai vor, ein Handlanger Thaksins zu sein.

Spekulationen zufolge sollte bei einer Regierungssitzung auch eine mögliche Entlassung von Heereschef Anupong erörtert werden. Dieser hatte zuvor Neuwahlen gefordert, um die seit Monaten andauernde Krise zu beenden. In Militärkreisen hieß es, Heer, Marine und Luftwaffe hätten bis in die Nacht hinein über ein Eingreifen beraten.

Tausende Touristen sitzen fest
Auf einer Sondersitzung in der Stadt Chiang Mai im Norden des Landes beriet das Kabinett über Maßnahmen gegen die Opposition. Deren Anhänger blockieren seit drei Tagen den Flughafen Suvarnabhumi. Mittlerweile legten sie auch den Inlands-Airport lahm und schnitten Bangkok damit vom Luftweg ab. Wegen der Flughafenbesetzung saßen Tausende Touristen in Thailand fest. Als Notmaßnahme öffnete die Luftfahrtbehörde den alten Militärstützpunkt U-Tapao rund 145 Kilometer südöstlich von Bangkok.

Der österreichische Botschafter in Bangkok, Arno Riedel, sieht in Bangkok aktuell keine Österreicher gefährdet. Auch die Österreicher außerhalb Bangkoks sind laut Riedel in Sicherheit. Die touristischen Gebiete außerhalb Bangkoks seien von den Demonstrationen nicht betroffen.

(apa/red)

27.11.2008 18:37