"20 Millionen sind ja nur die Unterkante":
Ministerin Schmied über neue Kulturpläne
- Soziale Absicherung von Künstlern im Vodergrund
- Reparatur des Antikorruptionsgesetzes vorgesehen
Kunstministerin Claudia Schmied nimmt NEWS-Ausgabe 48/08 ausführlich zu ihren Plänen für die zweite Amtszeit Stellung. Zur Erhöhung des Kulturbudgets um 20 Millionen: Die Erhöhung vor dem Hintergrund der Krise macht mich stolz. Sponsoring war hierzulande nie Ersatz für öffentliches Engagement. Das ist jetzt besonders wichtig. Die 20 Millionen sind ja nur die Unterkante. Der große Bereich der Investitionen soll Teil des Konjunkturpakets sein. Außerdem stehen die Budgetverhandlungen noch vor uns.
Die 20 Millionen sollen Bundestheatern und Bundesmuseen, dem Filmbudget und der sozialen Absicherung von Künstlern zugute kommen: Über die Kunstförderung sind die sozialen Probleme zwar nicht zu lösen. Aber sie kann stark unter den Aspekt der zeitgenössischen Künstler gestellt werden: durch Nachwuchsförderung, Stipendien, Plattformen und Messebeteiligungen.
Weitere Vorhaben in ihrer zweiten Amtszeit
- Umgehend werde über Verlängerung oder Neuausschreibung der Salzburger Festspielverträge nach 2011 entschieden. Ohne sich konkret zu Personellem zu äußern, sagt Schmied: Grundsätzlich bin ich immer für frischen Wind, aber die zeitliche Komponente vor allem der Vorplanungen im Opernbereich ist uns allen bewusst. Die Ära Flimm gefällt mir sehr gut. Ich möchte aber betonen, wie sehr ich von den Leistungen des Konzertchefs Markus Hinterhäuser angetan bin. Wir möchten gemeinsam nach Venezuela zum Simon-Bolivar-Jugendorchester fahren. Zuletzt kursierte folgendes Szenario: Die Verlängerung von Intendant Flimm um zwei oder drei Jahre, Hinterhäuser als Nachfolger.
- Causa Leopold: Die im Leopold Museum tätigen Provenienzforscher legen zu Jahresbeginn erste Ergebnisse vor, die rasch bewertet werden. Zwingen kann man eine Stiftung nicht, aber ich werde moralischen Druck ausüben und ein verantwortungsvolles Vorgehen verlangen.
- Das Antikorruptionsgesetz, das es z. B. Festspielsponsoren mit fatalen Folgen verbietet, ihren Geschäftspartnern Karten zukommen zu lassen, muss repariert werden.
- Der Vorstoß des Wiener Kontrollamts, dem Musikverein wegen zu guten Wirtschaftens die Subvention zu entziehen, steht für sie nicht zur Debatte: Wir kürzen sicher nichts. Der ordentliche Kaufmann in mir findet es gut, dass sich eine von hohen Fixkosten belastete Institution durch Reserven absichert, sodass auch in der Krise nicht mit Liquiditätsengpässen zu rechnen ist.
Erstmals äußert sich Schmied auch zu ihrer Vergangenheit als Vorstand der Kommunalkreditbank: Ich war bis 31. 12. 2006 in Vorstandsverantwortung. Die Bank war zu diesem Zeitpunkt erstklassig und top-gerated, eine Perle im Konzern der Volksbankengruppe. Seit Jänner 2007 habe ich dort keine Funktion mehr und weiß nicht, welche Einzelgeschäfte nach meinem Ausscheiden passiert sind."
Den kompletten Beitrag können Sie im NEWS 48/08 nachlesen!


