Pröll mit 89,6 % zum Parteichef gewählt: Mäßiges Ergebnis beim VP-Parteitag in Wels
- Schlechtester Wahlausgang für ÖVP-Chef seit 1945
- Kündigt programmtische "Neuaufstellung" der ÖVP an

·Vizekanzler mit Ambition auf mehr
Porträt des designierten
ÖVP-Chefs Josef Pröll
·Schwerer Dämpfer für Zukunftshoffnung
Medienliebling mit schwerem Stand in ÖVP
·Pröll ist 14. Partei- obmann nach 1945
Hintergrund: Jüngster Parteichef der ÖVP
·Pröll offen über 'Bau- stellen' seiner Partei
NEWS-Interview: "ÖVP weit unten" angekommen
Die ÖVP hat den designierten Vizekanzler Josef Pröll zum jüngsten Parteichef ihrer Geschichte gewählt. Obwohl sich auch die Koalitions-Kritiker demonstrativ hinter ihn gestellt hatten, musste Pröll das abgesehen von den drei Kampfabstimmungen schlechteste Ergebnis in der ÖVP-Geschichte hinnehmen: 89,6 Prozent der Delegierten stimmten für ihn, seine Stellvertreter schnitten besser ab.
Dabei hatte die Parteitagsregie nichts unversucht gelassen, um nach den Konflikten der vergangenen Wochen - Steirer, Kärntner und lange auch die Burgenländer hatten offen gegen die Große Koalition mobilisiert - zumindest am Parteitag die Reihen wieder zu schließen.
Dank an Molterer
"Ganz besonderen Dank" zollte Pröll seinem Vorgänger Molterer, der ihn in die Politik geholt und bis zuletzt in einer "übermenschlichen Loyalität" für die Partei gekämpft habe. Außerdem war der Neo-Parteichef bemüht, den Vorwurf auszuräumen, die scheidende Außenministerin Plassnik nicht ausreichend gegen die "Krone"-Kampagne in Schutz genommen zu haben: Was hier "in einem Medium" aufgeführt worden sei, sei "untragbar", sagte Pröll, ohne die Zeitung namentlich zu erwähnen.
Frischer Wind in der ÖVP
Als zentrales Zukunftsprojekt seiner Obmannschaft kündigte Pröll die personelle und programmatische Erneuerung der ÖVP an. Für die nächste Nationalratswahl 2013 kündigte Pröll an, der ÖVP das Kanzleramt zurückerobern zu wollen.
Prölls Stellvertreter
Tirols Landeshauptmann Günther Platter erhielt bei der Wahl der Stellvertreter von Pröll die meiste Unterstützung der Delegierten erhalten. 94,8 Prozent gaben ihm ihre Stimme. Innenministerin Maria Fekter wurde mit 93,7 Prozent, ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf mit 91,5 und die niederösterreichische Landesrätin Johanna Mikl-Leitner mit 89,9 Prozent ins Stellvertreter-Team gewählt.
(apa/red)
Norbert Wicki14:21
Der Buwog-MythosDer Schweizer Vermögensberater hatte neben Grasser weitere Kontakte in Österreich
Wikileaks14:25
Rückschlag für AssangeGericht fällt Entscheidung: Internet-Aktivist darf nach Schweden überstellt werden
U-Ausschuss Korruption14:59
Eklat um Tetron-AktenInnenministerium vergaß auf Übermittlung. Befragungen bis auf Weiteres beendet
