Mittwoch, 26. November 2008

Der "alte" Kanzler gibt sich versöhnlich:
Gusenbauer zieht letzte Bilanz zur Regierung

  • Habe Job in "herrlichen Haus" sehr gerne gemacht
  • Nähere Zukunft: "Jetzt werd ich mich mal erholen"

Der scheidende Bundeskanzler Gusenbauer hat sich nach der letzten Ministerratssitzung der von ihm geführten Regierung versöhnlich gezeigt. Die Bilanz der Regierung könne sich sehen lassen. "Es ist gelungen sowohl zu arbeiten, als auch zu streiten" so ein etwas wehmütig wirkender Kanzler, der sich mit dem ebenfalls scheidenden Vizekanzler Molterer demnächst zu einer Partie Tarock treffen will.

Er habe den Job in diesem "herrlichen Haus" gerne gemacht, sagte Gusenbauer. Zu seiner Zukunft habe er Vorstellungen, will sich aber bis Februar eine Auszeit nehmen: "Jetzt werd ich mich mal erholen", so Gusenbauer. Der frühere SPÖ-Chef wird auch weiterhin politisch tätig sein, er bleibt Vize der Sozialistischen Internationalen und Vorsitzender des Kuratoriums im Renner-Institut. Die ihm für ein halbes Jahr zustehenden Bezüge will er nicht in Anspruch nehmen. Zum scheidenden Vizekanzler Molterer habe er persönlich ein gutes Verhältnis gehabt. Jetzt wo beide mehr Zeit haben sei auch eine gemeinsame Partie Tarock ausgemacht.

Wehmut der Regierungsmitglieder
Teils mit Wehmut sind die anderen scheidenden anderen Regierungsmitglieder zu ihrer letzten Ministerratssitzung geschritten. "Es ist nicht ganz einfach, das geb ich gerne zu", sagte etwa der scheidende Finanzminister und Vizekanzler Molterer. "Ich bin ein bisschen traurig, dass ich nicht mehr mitgestalten kann", sagte der scheidende Sozialminister Buchinger. Seine Kollegin Kdolsky verkündete, das ganze Regierungsprogramm abgearbeitet zu haben und begibt sich jetzt "auf Jobsuche".

Molterer, der die Neuwahl ausgelöst hatte, überraschte mit der Feststellung, die scheidende Regierung hätte "viel weitergebracht". Auf die Frage wieso er dann die Koalition aufgekündigt hat, meinte er, dazu habe er sich entschieden und auch die Konsequenzen gezogen. Er meinte jedenfalls, dass sein "Es reicht"-Spruch bleiben werde, einzig "das Ergebnis hat nicht gereicht". Zu seiner beruflichen Zukunft sagte Molterer er werde sich neu orientieren, wohin verriet er nicht.
(apa/red)

26.11.2008 18:39