Sonntag, 30. November 2008

Lawinengefahr in Vorarlberg erheblich: Windverfrachtungen besonders störanfällig

  • Risiko nimmt im Tagesverlauf laut Experten weiter zu
  • Selbstauslösung der Triebschneeansammlung möglich

Die Lawinenwarnstufe in Vorarlberg wird von der Landeswarnzentrale als erheblich (Stufe 3) beurteilt. Besonders in typischen Föhngebieten oberhalb von 1.800 Metern ist laut dem Bericht Vorsicht geboten. Gefahrenstellen gebe es vor allem in eingewehtem Steilgelände, hinter Geländeknicken und in Rinnen und Mulden, hieß es. In solchen Gebieten seien auch Selbstauslösungen der Triebschneeansammlungen möglich.

Wegen des auflebenden Südwinds, der weiter zu Verfrachtungen führt, nehme das Risiko im Tagesverlauf zu. Die Bindung innerhalb von Zwischenschichten der Schneedecke sei stellenweise nur mäßig bis schwach ausgeprägt. In tieferen Lagen und an Sonnenhängen sind an steilen Hängen weiter Rutsche und kleinere Gleitschneelawinen möglich, so die Landeswarnzentrale in ihrem Bericht. Am Montag soll es bis gegen 600 Meter unergiebig schneien, für Dienstag sind Auflockerungen prognostiziert. Dann werde auch die Lawinengefahr zurückgehen.

Der massive Wintereinbruch hat in Teilen Ost- und Südtirols zu mehreren Straßensperren geführt. Aufgrund der starken Schneefälle und der akuten Lawinengefahr musste die Gailtalstraße (B111) im Bezirk Lienz von Untertilliach bis Kartitsch gesperrt werden. Laut Polizei waren die Ortschaften Leiten, Ober- und Untertilliach von der Außenwelt abgeschnitten. Die Lawinenkommission wollte im Laufe des Vormittags über die Aufrechterhaltung der Sperre entscheiden.

(apa/red)

30.11.2008 10:21