Einen Kussmund für den Stadtschulrat:
Enzenhofer und AKS verhandeln über Verbot
- Protestküssen bei eisigen Temperaturen in Linz
- Stadtschulrat verteidigt Entscheidung der Hauptschule

·Schule: Zungenküsse möglichst unterlassen
Schülerunion ist gegen undifferenziertes Verbot
·OÖ: Landesschulrat begrüßt "Kussverbot"
AKS-Schüler-Protest mit knutschenden Paaren
Küssende Paare haben gegen das "Kussverbot" in einer Hauptschule im oberösterreichischen Gunskirchen vor dem Landeschulratsgebäude in Linz demonstriert. Präsident Fritz Enzenhofer bekam von Aktivisten der "Aktion kritischer SchülerInnen" einen Kussmund aus Karton überreicht, auf dem u.a. zu lesen war: "Treten Sie zurück, Herr Enzenhofer!"
Gut 20 Paare hatten sich bei eisigen Temperaturen vor dem Landesschulratsgebäude versammelt. Von der betroffenen Schule war niemand dabei, weil die Betroffenen nicht freibekommen bzw. "schwerwiegende Probleme" mit ihren Lehrern befürchtet hätten, erklärten die Organisatoren.
Verhärtete Fronten
Nach einer ausgiebigen Küsserei für die zahlreichen anwesenden Fotografen und Fernsehteams durften schließlich AKS-Bundesvorsitzender Klaus Baumgartner und die Linzer Obfrau Vanessa Gaigg zu Enzenhofer ins Büro. In der Diskussion blieben die Fronten jedoch verhärtet.
Die Vorgeschichte: Weil sich Schülerinnen der Hauptschule Gunskirchen neuerdings nicht mehr nur auf die Wange, sondern auch auf den Mund küssen, wurde vom Schulforum ein "Kussverbot" beschlossen. Das sorgte für Protest von vielen Seiten, Enzenhofer stellte sich aber hinter den Beschluss. Es gehe darum, dass sich Schülerinnen genötigt gefühlt hätten, mitzumachen, so seine Begründung.
Bei dem Gespräch mit den Aktivisten beharrte Enzenhofer auf seiner Position. Er stehe hinter dem Beschluss, und außerdem könne er ihn gar nicht aufheben, selbst wenn er wollte. Baumgartner verlangte mehr Mitbestimmung für die Schüler und kritisierte, dass "Rechte von Schülern und Schülerinnen mit Füßen getreten werden". Der Landesschulratspräsident warf der AKS vor, "sich für Dinge auf die Schienen zu werfen, die wirklich lächerlich sind", anstatt beispielsweise gegen Gewalt in Schulen aufzutreten.
(apa/red)
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