Reißt Konzernmutter GM Opel in Abgrund?Will Bürgschaft in Höhe von Milliarde Euro
- Zusammenbruch würde zahlreiche Zulieferer treffen
- Angela Merkel: Lösung "Schritt für Schritt" suchen

·Dramatischer Hilferuf von General Motors
Düstere Perspektiven nach Milliardenverlust
·US-Automobilabsatz
ist stark rückläufig
Verkauf auf niedrigstem Stand seit über 17 Jahren
Nach der Bitte des deutschen Autobauers Opel um staatliche Bürgschaften in Milliardenhöhe beginnen am Montag Krisen-Treffen in Berlin. Deutschlands Kanzlerin Merkel spricht mit der Opel-Spitze, Außenminister Steinmeier mit Betriebsräten von Autobauern. Opel mit seinen 25.700 Beschäftigten droht, von der angeschlagenen US-Mutter General Motors mit in den Abgrund gerissen zu werden.
Die Bitte von Opel um die Bürgschaft in Höhe von einer Milliarde Euro löste eine heftige Diskussion darüber aus, ob und wie dem Autohersteller geholfen werden soll. Man werde sich "Schritt für Schritt mit der Situation vertraut machen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen", sagte Merkel zu dem Gespräch im Kanzleramt. Sie trifft sich mit dem Opel-Chef, dem GM-Europachef und dem Betriebsratsvorsitzenden. Im Detail wollen Bund und die vier Bundesländer mit Opel-Werken über die Bürgschaften beraten.
Opel betonte, mit den bei Bund und Ländern beantragten Bürgschaften nur für den Fall einer drohenden Insolvenz des Mutterkonzerns GM vorsorgen zu wollen. Aktuell sei das Unternehmen zahlungsfähig.
Zusammenbruch würde Zulieferer treffen
Ein Zusammenbruch würde auch zahlreiche Zulieferer treffen, auch im GM-Powertrain-Werk in Wien-Aspern geht die Angst um. Jeder zweite Opel fährt mit einem Getriebe aus Österreich, jeder dritte Wagen mit einem hier hergestellten Motor. 90 Prozent der Wiener Produktion geht an den deutschen Autobauer. In Wien-Aspern sind aktuell 1.850 Mitarbeiter beschäftigt.
Die IG Metall schloss zur Rettung des Rüsselsheimer Autobauers Opel einen Lohnverzicht nicht aus. Die Belegschaft müsse zu einem zukunftssicheren Konzept beitragen, sagte der IG-Metall-Bezirksleiter Frankfurt, Armin Schild.
Der Mutterkonzern General Motors kämpft unterdessen in Amerika um dringend nötige Milliarden-Kredite. Die Demokraten wollen in den US-Kongress einen Gesetzentwurf einbringen, der den Autoherstellern den Zugang zu dem 700 Mrd. Dollar schweren Hilfspaket für die Finanzbranche öffnen soll. Die Republikaner und Präsident Bush sind bisher dagegen.
(apa/red)
