Donnerstag, 20. November 2008

Carving macht die Pisten sicherer: Mehr als 80 Prozent der Verletzen 2007/08 Skifahrer

  • Ermüdung & gute Pisten-Auslastung häufigste Ursache
  • Lichtunfälle & Herzinfarkte drei Prozent der Ursachen

Der Carvingski hat die Skipisten in den vergangenen zehn Jahren sicherer gemacht - zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Innsbruck im Auftrag des ÖSV. Mit zunehmender Zahl an Carving-Skifahrern sei das Verletzungsrisiko gesunken.

Mehr als 80 Prozent der Verletzten waren in der Saison 2007/2008 Skifahrer, weniger als jeder fünfte war Snowboarder. Selbst verschuldete Stürze - hauptsächlich bei gutem Wetter und in den Nachmittagsstunden - sind mit 87 Prozent Hauptunfallursache.

Alle 55 Jahre ein Unfall
Rein mathematisch gesehen kommen auf 1.000 Skitage 1,3 Verletzte. Das heißt, ein Skifahrer, der zwei Wochen im Jahr Ski fährt, würde sich im Schnitt einmal in 55 Jahren verletzen, so die Autoren. Vor zehn Jahren lag der Wert bei 1,43, was einem Rückgang von neun Prozent entspricht.

70 Prozent der Unfälle passieren bei sonnigem Wetter auf sehr breiten Pisten mit griffigem Schnee. Auf blauen Pisten ereignet sich ein Drittel, auf roten 58 Prozent der Stürze. Zwei Drittel der Unfälle ereignen sich außerdem in den Nachmittagsstunden, was laut Gerhard Ruedl von der Uni Innsbruck einerseits auf Ermüdung und andererseits auf die gut ausgelasteten Pisten am Nachmittag zurückzuführen ist. Nur jeder zehnte Unfall auf der Skipiste ist auf eine Kollision mit anderen Sportlern zurückzuführen. Aufprall, Liftunfälle und Herzinfarkte machen knapp drei Prozent der Ursachen aus.

Verletzung meist an Extremitäten
Skifahrer verletzen sich laut Studie am häufigsten an den unteren Extremitäten, das Kniegelenk ist mit 39 Prozent am häufigsten betroffen. Snowboarder ziehen sich im Armbereich (41 Prozent) und an Schulter, Rücken oder Nacken (16 Prozent) die meisten Verletzungen zu.

Frauen verletzen sich beim Skifahren doppelt so häufig am Knie (57 Prozent) wie Männer (24 Prozent). Kopfverletzungen, die etwa jeder zehnte Unfall zur Folge hat, betreffen etwas häufiger männliche Skifahrer und Snowboarder, was u.a. auf die risikoreichere Fahrweise von Männern zurückgeführt wird. Grundsätzlich tragen aber mehr Männer als Frauen, mehr Snowboarder als Skifahrer und mehr Einheimische als Touristen einen Skihelm, erklärte Ruedl. Das Durchschnittsalter der Verletzten lag im Vorjahr bei 33 Jahren. (apa/red)

20.11.2008 13:24