Donnerstag, 9. Juli 2009

NEWS Eventkalender Tagestipp vom 17.07.
Die Ausstellung läuft bis 11. Oktober 2009

  • Das Jüdische Museum Wien widmet Tel Aviv zum
  • 100 Jahr-Jubiläum eine besondere Fotoausstellung

Die Ausstellung im Jüdischen Museum Wien präsentiert Werke von Studenten der von Erez Golan geleiteten Minshar of Art-Kunsthochschule, die ihren Blick auf ihre Heimatstadt verewigen.

Gezeigt werden künstlerische Fotoarbeiten von Shira Azar, Ilan Camri, Nimrod Gershoni, Tal Lapid, Anja Larson, Sara Leviashvili, Noa Mager, Matan Mittwoch, Yehudit Muller, Carmelle Rubinstein, Asaf Shaham, June Shor, Natisha Shpaner, Maya Smira, Mika Yaari und Eli Zuta, die diese auf Einladung des Museums eigens für die Ausstellung fotografiert haben.

Ein Blick hinter die Kulissen
Die im Palais Eskeles präsentierten Fotos über Tel Aviv beeindrucken ebenso durch ihre hohe künstlerische Qualität wie durch eine latente Renitenz gegen den allzu verklärenden Blick der zionistischen Gründergeneration. Hier steht nicht die fulminante und von der UNESCO zum Kulturerbe erklärten Bauhaus-Architektur oder gar eine touristisch verwertbare Perspektive auf den Strand oder das Geschäftsviertel im Vordergrund. Hier wird einerseits eindringlich hinter die Kulissen geschaut, hier sind es die Außenseiter der Gesellschaft, die ins Blickfeld gerückt werden: ein Grafitto-Künstler und Müllsammler, die ihre Identität verheimlichen und daher ihr Gesicht verbergen; illegale Zuwanderer aller Alterstufen und Hautfarben; andererseits präsentiert sich hier auch eine freakige Jugendszene: während der Purim-Umzug sich über die Hauptverkehrsadern ergießt, drücken sich grelle Gestalten in düsteren Underground-Clubs herum. Auch die alltägliche Bedrohung durch den Terror findet ihre künstlerische Spiegelung, sei es durch einen Wachposten auf dem Dach während eines Straßenfestes, das Grafitto einer Cello-Spielerin mit Gasmaske, einen Roboter zum Entschärfen von Bomben oder ein anderes Grafitto, das auf die Ermordung Itzchak Rabins auf dem zentralen, seither nach ihm benannten Platz in Tel Aviv im Jahr 1995 Bezug nimmt. Dass der Bedrohung aber mit einem intensiven "sich nicht unterkriegen lassen" bis hin zu extensiver Lebensfreude begegnet wird, ist auf allen Fotos spürbar.

Ergänzt wird diese als Wanderausstellung konzipierte Fotoschau durch historische Stadtaufnahmen in digitaler Form und ausgewählte Objekte aus der hauseigenen Sammlung.

"Tel Aviv - Hot City Cool" ist bis 11. Oktober 2009 im Auditorium des Jüdischen Museums Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien zu sehen

red./jmw

9.7.2009 10:41