Donnerstag, 20. November 2008

D'Artagnans Grab in Maastricht vermutet: Musketier im Dienst von Ludwig XIV gefallen

  • Hauptquartier der legendären Musketiere in Wolder
  • Skepsis gegenüber Sinnhaftigkeit neuer Grabungen

Eine französische Historikerin glaubt, das Grab des legendären Musketiers d'Artagnan ausgemacht zu haben, der Alexandre Dumas zu seinem Roman "Die drei Musketiere" inspirierte. Der echte d'Artagnan sei 1673 im Dienste des französischen Königs Ludwig XIV. bei der Belagerung von Maastricht gefallen, sagte die Historikerin Odile Bordaz.

Ihre Recherchen hätten ergeben, dass er wahrscheinlich auf dem Gelände einer Kirche im heutigen Stadtteil Wolder begraben sei.

Hauptquartier der Musketiere in Wolder
Bordaz stützt sich auf Karten von Maastricht aus der Zeit. Ludwig XIV. und seine Musketiere hätten ihr Hauptquartier danach in Wolder gehabt, sagte sie. "Logischerweise ist d'Artagnan von dort aus mit seinen Männern am 25. Juni 1673 aufgebrochen, um einen Angriff auf die Festung der Stadt zu führen." Dabei sei der Musketier-Kommandeur, der mit vollständigem Namen Charles de Batz de Castelmore d'Artagnan hieß, durch einen Musketenschuss getötet worden.

Im Gemeinderegister von Wolder heiße es, die Edelsten der Gefallenen seien in der nächstgelegenen Kirche begraben worden, sagte die Historikerin. Allerdings gebe es keinen Eintrag, der d'Artagnans Begräbnis bestätigen könne. Sie sei aber "zu mehr als 90 Prozent" sicher, dass er dort begraben liege. Die Hypothese, seine Leiche sei mitten im Sommer nach Frankreich zurückgebracht worden, entspreche "nicht den Gebräuchen in Kriegszeiten".

Annahme stößt auf Skepsis
Der niederländische Archäologe und Konservator von Maastricht, Wim Dijkman, ist allerdings skeptisch. Es gebe keine historischen oder archäologischen Hinweise, die in diese Richtung gehen, sagte er. Dijkman verspricht sich auch von Grabungen in Wolder nicht viel. "Selbst wenn er dort begraben wäre, könnte sein Grab im 19. Jahrhundert zerstört worden sein, als die neue Kirche gebaut wurde." Ein Teil des Friedhofs sei damals für das deutlich vergrößerte Gotteshaus zerstört worden. (apa/red)

20.11.2008 11:58