George Bush verteidigt Freihandelspolitik:
APEC-Gipfel wird von Finanzkrise dominiert
- Verlagerung der Weltwirtschaft von West nach Ost
- 'Nostalgische Gefühle' bei Bushs letzter Auslandsreise

·APEC: Beratung über weltweite Finanzkrise
'Nostalgische Gefühle' bei
Bushs wohl letzter Reise
·Arbeitnehmer sehen schwarz für Zukunft
Wirtschaftspessimismus in
aktueller Studie sichtbar
·Weltwirtschaft stehen
schwere Zeiten bevor
Wifo-Prognose geht von
massivem Abschwung aus
US-Präsident George W. Bush hat angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zum Festhalten an der Marktwirtschaft und am Freihandel aufgerufen. Die USA setzten auf "freie Märkte, Freihandel und freie Menschen", sagte der scheidende Präsident vor Unternehmern im Rahmen des APEC-Gipfels der Pazifikregion in der peruanischen Hauptstadt Lima.
Die Welt werde zwar von "schweren Turbulenzen" erschüttert, zugleich sei aber auch eine "nie dagewesene Zusammenarbeit" zu beobachten. In Lima wollten die Staats- und Regierungschefs von 21 Pazifikanrainern bei ihrem jährlichen Gipfeltreffen bis Sonntag über Auswege aus der Krise debattieren und die Kooperation weiter vertiefen.
Verlagerung der Zentren
Bush hob zugleich hervor, dass die Welt derzeit Zeuge einer "dramatischen" Verlagerung der wirtschaftlichen und politischen Zentren von "West nach Ost, vom Atlantik zum Pazifik" werde. Die APEC -Mitglieder wie zum Beispiel China oder Peru weisen das höchste Wirtschaftswachstum weltweit mit zweistelligen Zuwachsraten auf. Amerika fürchte sich davor aber nicht: "Die USA sind eine pazifische Nation", sagte Bush. "Wir begrüßen neue Käufer unserer Produkte und neue Investoren, aber auch neue Konkurrenten", fügte Bush hinzu, für den es der achte APEC -Gipfel war.
Scharfe Attacke
George W. Bush hat den Gipfel zu einer scharfen innenpolitischen Attacke auf die Demokraten genutzt. Es sei "extrem enttäuschend", dass der von den Demokraten beherrschte US-Kongress die Freihandelsabkommen mit Kolumbien, Panama und Südkorea nicht verabschiedet habe, sagte Bush am Samstag vor Unternehmern aus dem Bereich des APEC-Wirtschaftsforums.
Das Abkommen mit Kolumbien lehnen die Demokraten mit dem Argument ab, es gebe in dem südamerikanischen Land noch immer schwere Menschenrechtsverbrechen, an denen auch die Polizei und das Militär beteiligt seien. Kanada hatte am Vortag ein Freihandelsabkommen mit Kolumbien abgeschlossen.
Indirekt ging Bush auch auf die langanhaltende Kritik ein, während seiner zwei Amtszeiten Lateinamerika vernachlässigt zu haben. Er zog eine positive Bilanz seiner Lateinamerikapolitik und hob die häufigen Besuche in der Region hervor. "Sogar jetzt, wo ich auf die Rente zugehe, führt mich meine letzte Reise zu einem APEC -Gipfel in Lima", fügte er hinzu.
(apa/red)

