AUA-Verkauf an Lufthansa: Air-France
droht im Fall des Falles mit einer Klage
- Rechtliche Schritte gegen Verkaufsverfahren geplant
- ÖIAG: Die Air-France-Vorwürfe sind "völlig haltlos"
·Lufthansa kriegt AUA und halbe Mrd. Euro
Wenigstens der Name
"Austrian" bleibt erhalten
·AUA: Die Lufthansa bekommt Zuschlag
Michaelis hofft auf einen raschen Verkaufsprozess
·Ich werde nicht die Flucht ergreifen
ÖIAG-Chef Michaelis im FORMAT-Interview

Europas größte Fluglinie Air France-KLM droht bei einem Verkauf der Austrian Airlines (AUA) an die deutsche Lufthansa mit Klagen, berichten Bloomberg und die "Financial Times Deutschland" (FTD). "Wir überlegen rechtliche Schritte gegen das Verkaufsverfahren, in dem die Spielregeln nachträglich geändert wurden", sagte der designierte Chef von Air France-KLM, Pierre-Henri Gourgeon, in der "FTD".
Die Klagsdrohungen der Air France gegen einen Verkauf der AUA an die Lufthansa sind "völlig haltlos", so ein Sprecher der österreichischen Staatsholding ÖIAG.
Sowohl die Ausschreibungsunterlagen als auch der Verkaufsprozess seien EU-konform. Das hätten die entsprechenden Gutachten ergeben. Die Air France habe kein bindendes Offert, sondern lediglich zwei Briefe abgegeben.
Der Verkäufer, die österreichische Staatsholding ÖIAG, habe Air France "Bedingungen diktiert, die sie offenbar zugunsten der Lufthansa aufgibt", so der Vorwurf. "Wenn nun die Bedingungen verändert werden, möchten wir noch einmal konsultiert werden", sagte Gourgeon.
Vorwurf an Regierung
Sein Vorwurf richtet sich gegen die Bereitschaft der österreichischen Regierung, AUA-Schulden von rund 500 Mio. Euro zu übernehmen und der Lufthansa damit den Kauf schmackhaft zu machen.
Wie berichtet will die ÖIAG den AUA-Verkauf an die Lufthansa bis Anfang Dezember abschließen. Air-France war der einzige ernsthafte Mitbieter, zog sich aber kurz vor Ende der Angebotsfrist zurück, weil die Übernahmebedingungen nicht wirtschaftlich waren.
(apa/red)

