Krankenkassen erwarten 238 Mio. Defizit: Massivstes Minus wird in Wien erwartet
- Für 2009 Sinken, für 2010 Anstieg prognostiziert
- Nur Burgenländische und Tiroler ohne negative Bilanz
Bei den Krankenkassen zeichnet sich eine leichte Entspannung ihrer Finanzlage ab, sie bleiben aber weiter tief im Minus. Nach der jüngsten Prognose des Hauptverbandes wird für heuer ein Defizit von 238 Millionen Euro für die gesamte Krankenversicherung erwartet. Anfang des Jahres hatte man noch 314 Mio. befürchtet. Ausschlaggebend dafür ist die gute Beschäftigungslage, die mehr Beiträge bringt.
Für nächstes Jahr soll das Defizit vor allem Dank der Halbierung der Mehrwertsteuer auf Medikamente auf 64 Mio. sinken, im Jahr 2010 aber dann wieder auf 266 Mio. Euro steigen. Der Schuldenstand aller Gebietskrankenkassen wird voraussichtlich mit Ende dieses Jahres rund 840 Millionen Euro betragen. Ein positives Vermögen können dabei nur drei Kassen aufweisen, nämlich die Oberösterreichische, die Salzburger und die Vorarlberger Gebietskrankenkasse. In den Koalitionsverhandlungen ist derzeit die Entschuldung der Kassen eines der strittigen Themen.
Burgenländische und Tiroler nicht negativ
Von dem für heuer erwarteten Defizit von 238,3 Mio. Euro der gesamten Krankenversicherung geht mit 231,1 Mio. der bei weitem überwiegende Teil auf das Konto der neun Gebietskrankenkassen. Als einzige im Plus ist die Burgenländische (plus 1,5 Mio.), die Tiroler bilanzieren ausgeglichen, alle anderen negativ.
Das größte Defizit wird nach wie vor in Wien prognostiziert (minus 84,8 Mio.). Im Minus ist auch die Kasse der Selbstständigen (minus 46,2 Mio.). Nicht enthalten sind in diesen Zahlen die finanziellen Auswirkungen des sogenannten Pharmapakets, die Sozialversicherung hatte mit den Pharmafirmen Einsparungen von rund 40 Mio. Euro pro Jahr vereinbart. (apa/red)


