Kündigungen im Namen der Finanzkrise: AT&S baut ein Drittel der Belegschaft ab
- Leoben: Kündigungswelle bei Leiterplattenhersteller
- Nicht benötigte Maschinen kommen nach Indien
Im Werk Leoben-Hinterberg des Leiterplattenherstellers AT&S muss ein Drittel der Belegschaft gehen. Laut AT&S sind von den Kündigungen 293 Stamm-Mitarbeiter und 159 Leiharbeiter betroffen. Der Mitarbeiterstand verringert sich somit von 1.370 auf 918 Beschäftigte.
Die Kündigungen wurden seitens AT&S u.a. mit den jüngsten Ereignissen in der weltweiten Finanzwirtschaft begründet, deren "Auswirkungen auf die Realwirtschaft auch im Bereich der Elektronikindustrie zunehmend spürbar" seien. Neben zu erwartenden Mengenrückgängen kämen auch die Preise weiter unter Druck, "wodurch Volumsaufträge zukünftig in Österreich nur noch in Ausnahmefällen gefertigt werden können", hieß es.
Die Produktionskapazitäten in Leoben-Hinterberg werden von 215.00 auf künftig 130.000 Quadratmeter reduziert. Einige der wegen dieser Verringerung nicht mehr benötigten Maschinen werden im neuen Werk in Indien zum Einsatz kommen.
Enorme Restrukturierungskosten
Laut AT&S werden die Restrukturierungskosten in Summe 20,4 Millionen Euro betragen. Diese teilen sich auf Kosten des Personalabbaus, Gebäudeabschreibungen und sonstige Anpassungskosten auf. Die genaue Höhe werde erst nach Ausarbeitung eines Sozialplanes mit der Belegschaftsvertretung fest stehen, hieß es.
Bei dem Unternehmen rechnet man damit, die ersten Kündigungen bis zum Ende des Jahres 2008 auszusprechen, so dass der Personalabbau mit Ende des Geschäftsjahres 2008/09 im Wesentlichen abgeschlossen sein sollte.
Tendenziell sei bereits in den vergangenen Jahren ein Abwandern von Volumensaufträgen nach Asien zu beobachten gewesen, was durch die zunehmend spürbare Wirtschaftskrise nochmals beschleunigt worden sei, hieß es. Deshalb müsse man die Kapazitäten am Standort Leoben-Hinterberg "anpassen".
(apa/red)


