Island erhält vier Milliarden Euro gegen Staatsbankrott: Neue Hoffnung für Kunden
- Verschuldung steigt von 30 Prozent auf 109 Prozent
- Kreditbedarf auf 20 Milliarden Euro bis 2010 beziffert
·Vom großen Fiasko
bis zum Rettungsplan
Die Chronologie der Krise
auf den globalen Märkten
·Verlieren Österreichs
Banken Mrd. in Island?
Größter Anteil entfällt
auf Raiffeisen-Sektor
·"Man kann eine Krise auch herbeireden"
profil-Interview mit EU- Kommisar Verheugen
·Weltweiter Kampf gegen die Finanzkrise
Regierungen ringen um Rettung der Großbanken

Island hat Kreditzusagen über vier Milliarden Euro zur Vermeidung eines Staatsbankrotts. Ministerpräsident Geir Haarde teilte mit, dass neben der für Mittwoch fest zugesagten Bewilligung von zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) durch den Internationalen Währungsfonds weitere drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) von befreundeten Staaten bereitgestellt werden.
Die Atlantikinsel mit 320.000 Einwohnern gilt seit dem Zusammenbruch der drei größten Banken als besonders hart von der internationalen Finanzkrise getroffen. Wichtigster Auslöser für den Kollaps war die von den Banken über Jahre hinweg aggressiv betriebene internationale Expansion mit Hilfe von gewagten Krediten. Die Isländer haben derzeit mit einer Inflationsrate von 15 Prozent, Leitzinsen von 18 Prozent und einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu kämpfen.
In einem von der Zeitung "DV" veröffentlichten vertraulichen Schreiben der isländischen Regierung und der Nationalbank an den IWF wurde der Kreditbedarf des Landes auf umgerechnet 20 Milliarden Euro bis Ende 2010 beziffert. Die Folgen der Finanzkrise würden die Auslandsverschuldung Islands von derzeit 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 109 Prozent im nächsten Jahr steigern.
Zuvor hatte die isländische Regierung erstmals auch Garantien für mehr als 300.000 britische und niederländische Kunden der ebenfalls zusammengebrochenen Internetbank Icesave abgegeben. Diese gelten ebenfalls nur für Beträge bis zu 20.800 Euro entsprechend den EU-Regeln, die für das nicht zur Union, aber dem EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) angehörende Island gelten.
(apa/red)

