Nowotny begrüßt die Fortschritte der G-20:
"Politischer Konsens" jetzt am wichtigsten
- Stärkung des IWF für OeNB-Gouverneur auch positiv
- Für Selbstverantwortung bei Krediten für CEE-Länder
Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Ratsmitglied, hat den in Washington abgehaltenen Finanzgipfel der 20 größten Industriestaaten (G-20) als "Fortschritt" begrüßt. Das Wichtigste sei, dass jetzt ein "politischer Konsens" besteht, sich auf internationaler Ebene damit zu befassen, sagte Nowotny am Rande einer Tagung in Wien.
Die Teilnehmer hätten sich auf eine "umfassende Sicht" der Probleme geeinigt, weder sollten künftig Steueroasen noch bestimmte Investoren wie Hedgefonds aus der Regulierung ausgenommen werden. Positiv findet Nowotny auch das Bekenntnis zu einer Stärkung des Internationalen Währungsfonds (IWF), was eine Stabilisierung der Wechselkurse ermögliche.
Selbstverantwortung bei Krediten für CEE-Länder
Den osteuropäischen Staaten wolle die Europäische Zentralbank (EZB) "keine Vorschriften" darüber machen, ob sie Stabilisierungskredite von außen annehmen sollen: "Das liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Landes." Sinnvoll sei es sicher, "genügend Liquidität" bereitzustellen und "die Länder haben sicherlich auch ein Interesse daran, dass es zu keinen abrupten Änderungen des Wechselkurses kommt", sagte Nowotny in einem ORF-Interview.
Die EZB-Zinspolitik werde "dann zu diskutieren sein, wenn eine neue Prognose der EZB vorliegt". (apa/red)


