Alitalia-Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt:
Reaktion auf finanzielle Probleme & Streiks
- Alitalia soll mit Investorenhilfe "neu" errichtet werden
- Streiks und Dienst nach Vorschrift lähmen Flugbetrieb

·CAI einigt sich mit den Gewerkschaften
Wilde Streiks bei Alitalia setzen sich aber fort
·Flug-Cancelling bei Alitalia wegen Streiks
Ryanair erhebt Einspruch gegen Rettungsplan
·Hechte und Karpfen im Teich der Airlines
Fusionen und Umbrüche in der Luftfahrt Europas
Wegen der wilden Streiks und der Einführung der Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft hat die italienische Airline Alitalia über 100 Flüge streichen müssen. Allein auf dem römischen Flughafen Fiumicino wurden 70 Flüge gecancelt. Es kam zu heftigen Passagierprotesten. Mehrere Ausländer, die über die Protestaktion nicht informiert waren, mussten stundenlang auf ihre Flüge warten.
Fünf der neun Alitalia-Gewerkschaften, darunter die Organisationen der Piloten und Flugbegleiter, wenden sich gegen die neuen Arbeitsverträge, die von den Übernahmeinteressenten des Investorenbündnisses CAI vorgelegt worden sind. Angeführt wird der Protest von einer radikalen Minderheit der Alitalia-Mitarbeiter, die seit einer Woche den Dienst arbeitswilliger Kollegen behindern.
17.000 Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt
Die rund 17.000 Mitarbeiter der Alitalia wurden indes auf Kurzarbeit gesetzt, berichtete der Insolvenzverwalter der Fluggesellschaft, Augusto Fantozzi. Die Investorengruppe CAI, die von der EU die Genehmigung für die Übernahme der "alten" Alitalia erhalten hat, startete zugleich mit der Anstellung des Personals für die neue Fluggesellschaft, die aus der Fusion mit der privaten Airline Air One entstehen soll. Die neue Alitalia soll am 1. Dezember aus der Taufe gehoben werden. Über 12.000 Mitarbeiter soll die neue Fluggesellschaft beschäftigen. Der CAI-Plan sieht die Streichung von über 3.250 Jobs vor.
Die Gläubiger der Alitalia drängen inzwischen auf die Rückzahlung ihres Geldes. Die Schulden der Alitalia betragen 2,3 Mrd. Euro, teilte Fantozzi mit.
Pilotenstreik bei der Air France
Unterdessen hat auch der Pilotenstreik bei der Air France erneut zu starken Einschränkungen im Flugverkehr geführt. Jeder zweite Kurz- und Mittelstreckenflug sowie knapp ein Viertel der Langstreckenflüge mussten gestrichen werden. Der Ausstand soll um Mitternacht enden. Der Arbeitskampf richtet sich gegen die Anhebung des Renten-Eintrittsalters von 60 auf 65 Jahre.
(apa/red)

