Dienstag, 18. November 2008

Ehrenberger suchte Gespräch mit Team: Nahm Spieler vor Türkei-Partie in die Pflicht

  • "Wollen uns alle wieder auf den Sport konzentrieren"
  • Andreas Ivanschitz: "Es geht drunter und drüber"

Interims-ÖFB-Präsident Kurt Ehrenberger hat die angekündigte Aussprache absolviert und zum Nationalteam gesprochen. Dabei appellierte der 75-Jährige in Anwesenheit von Generalsekretär Alfred Ludwig an die Kicker, das Länderspieljahr 2008 mit einer starken Leistung gegen die Türkei zu beschließen.

"Ich wollte der Mannschaft zum Ausdruck bringen, dass ich persönlich und auch meine Kollegen im Präsidium voll hinter jedem Spieler und dem Betreuerteam stehen, aber dass auch von den vielen österreichischen und Wiener Fußballfans erwartet wird, dass gute Leistungen geboten werden. Wir wollen uns alle gemeinsam wieder auf den Sport konzentrieren, die kommenden beiden Testspiele gegen die Türkei und Schweden nutzen, um uns bestens auf die nach wie vor sehr wichtigen WM-Qualifikationsspiele vorzubereiten", wurde der Wiener in einer ÖFB-Aussendung zitiert.

Weiters meinte der Wiener Verbandschef: "Zudem ging es mir darum, mich der Mannschaft auch persönlich vorzustellen und zu erklären, dass ich bis 18. Jänner oder 1. Februar die Geschäfte des ÖFB führen werde und dabei versuche, einen Beitrag zu leisten, dass dies auch erfolgreich vonstattengeht."

Teamkapitän Andreas Ivanschitz zeigte sich laut ÖFB-Mitteilung nach der Zusammenkunft zufrieden. "Nach dieser Runde und bereits erfolgten internen Gesprächen können wir uns alle wieder auf Fußball konzentrieren. Die Ausführungen von Herrn Ehrenberger waren sehr plausibel und es hat sich gezeigt, dass wir alle dasselbe Ziel haben, nämlich wieder erfolgreichen Fußball zu bieten."

Beim Gespräch mit dabei war auch Marc Janko, der sich mit seiner Kritik unter anderem an der Organisation der Abreise von den Färöern den Unmut des ÖFB zugezogen hatte.

"Es geht drunter und drüber"
Ivanschitz macht sich über die Stimmungslage rund um das Nationalteam aber dennoch keine Illusionen. "Die Situation ist sicher nicht einfach. Im Moment geht es drunter und drüber", erklärte der Kapitän.

Zu den jüngsten Misserfolgen in der WM-Qualifikation gesellten sich auch noch Unstimmigkeiten zwischen den Spielern und der Verbandsführung, etwa was die Organisation der Rückreise von den Färöern betrifft. Auch Ivanschitz selbst hatte sich der diesbezüglichen Kritik von Marc Janko öffentlich angeschlossen. "Es ist normal, dass auch ein Spieler etwas sagt, wenn viel über ein Thema diskutiert wird. Aber im Nachhinein ist es klüger, wenn man so etwas intern klärt."

Für die von Paul Scharner am ÖFB geübte Kritik zeigte der Mittelfeldspieler Verständnis. "Das sind seine Ansichten, und er hat in gewisser Weise recht, vor allem was Roger Spry betrifft, weil er wirklich nicht so eingebunden ist. Aber da gibt es bereits Gespräche und das wird sich ändern." Der Panathinaikos-Legionär rief zur Vernunft auf. "Man sollte sich aufs Wesentliche, auf den Fußball, konzentrieren. Wenn es sportlich passt, werden interne Probleme leichter beseitigt."

(apa/red)

18.11.2008 15:52