Raich hakt Ausfall im Slalom von Levi ab:
Pitztaler ist seit fast einem Jahr ohne Sieg
- Weltcup-Duell klar: "Bode wieder der Topfavorit"
- Slalom wird zur "Problemzone" der ÖSV-Damen

·Grange triumphiert im Slalom von Levi
Bode Miller und Mario Matt landen am Podest
·Miller macht sich zum
Weltcup-Favoriten
US-Ski-Star seit langem wieder im Slalom stark
Ein Riesentorlauf-Sieg durch Kathrin Zettel in Sölden und ein dritter Platz bei den Herren durch Mario Matt im Levi-Slalom: Das ist nach jeweils zwei Slaloms und Riesentorläufen die Podium-Bilanz des ÖSV, bevor der noch junge Alpinski-Weltcup nun in Nordamerika endlich auch mit Speed-Rennen weitergeht.
Österreichs Damen hatten Samstagabend der Dunkelheit am Polarkreis den Rücken gekehrt, die Herren verließen die zweite Weltcupstation Levi am Sonntag per Privatjet. Ein erster Teil der ÖSV-Mannschaften flog bereits ins kanadische Sun Peaks, um sich dort auf die kommenden Rennen in Lake Louise bzw. Beaver Creek vorzubereiten. Nur die Technik-Damen für die Aspen-Rennen am 29./30.11. (auch Allrounderin Nicole Hosp bleibt daheim) sowie Herren, die wie Mario Matt oder Rainer Schönfelder nur in der ersten Dezember-Woche in Beaver Creek starten, üben zu Hause weiter.
Während Hermann Maier erst im Lauf des Montages über seinen Kanada-Flug entschied, ließ sich Benjamin Raich Zeit. Der Tiroler, der einen dritten Weltcup-Gesamtsieg von Bode Miller verhindern und die große Kristallkugel zurück nach Österreich holen soll, legte nach seinem ärgerlichen Ausfall im Levi-Slalom noch eine Trainingseinheit zu Hause ein. Er steigt deshalb erst als Letzter seiner Truppe in den Flieger nach Kanada.
Grübeleien bei Raich
Bis dahin sollten sich auch die Grübeleien im Kopf des Tirolers verflüchtigt haben. Denn nach dem Levi-Out war es Österreichs Ski-Aushängeschild auch kein Trost, dass es sich bei seiner "Irrfahrt" durch den verrückten Kurs von Ante Kostelic in guter Gesellschaft befunden hatte. Auch sieben andere Kollegen waren im zweiten Durchgang nicht ins Ziel gekommen.
"Der Ärger ist trotzdem sehr groß. Wenn du noch nicht einmal das Gefühl für den Kurs gefunden hast und schon wieder draußen stehst, ist das schade. Vor allem, weil wirklich was drin gewesen wäre", bedauerte der 30-jährige Tiroler, der in Finnland vor zwei Jahren noch einen ÖSV-Dreifachsieg angeführt hatte. Raich kehrte aber schnell wieder den Optimisten hervor. "Ein Ausfall kann immer passieren, und so eine auf die Kappe muss man einfach hinnehmen. Ich hoffe, dass sich das bald ändert."
Seit fast einem Jahr sieglos
Dass Miller wie dessen US-Landsfrau Lindsey Vonn schon wieder in Hochform ist, hat Raich registriert. "So wie es derzeit aussieht, ist Bode bei uns wieder der Topfavorit. Aber die Saison ist lang und auch ein Svindal, Albrecht usw. werden noch Gas geben", ist Raich überzeugt. Ob der seit 9. Dezember 2007 (Bad Kleinkirchheim) sieglose Pitztaler nächste Woche in Lake Louise neben dem Super-G auch die Abfahrt bestreiten wird, ist noch offen. "Ich werde mittrainieren und dann sehen. Wenn es so läuft wie letztes Jahr, lass ich es aber besser."
Miller wiederum fuhr mit voller Brust Richtung Kanada. Der 31-jährige US-Amerikaner freute sich in Levi wie ein kleines Kind darüber, dass er trotz grober Fehler 80 Weltcup-Punkte geholt und seine vierjährige Slalom-Pleite beendet hatte. "Weil ich weiß, dass ich diese Form nicht über den ganzen Winter halten kann. Deshalb sind Top-3-Plätze am Saisonbeginn besonders wichtig", erklärte Miller und gab zu: "Auch ohne Fehler hätte ich Grange in Levi nicht geschlagen."
Slalom wird "Problemzone" der Damen
Während sich Österreichs Technik-Herren trotz der Ausfälle von Raich und Reinfried Herbst in Levi auch mannschaftlich stark präsentierten, ist bei den ÖSV-Damen offensichtlich, dass es dort nach dem Ausfall von Marlies Schild neben Nicole Hosp und Kathrin Zettel derzeit keine gleichwertige Läuferin in den technischen Disziplinen gibt. Vor allem der Slalom wird nach großartigen Jahren zunehmend zur "Problemzone". Ob deshalb Bernadette Schild, Verena Höllbacher oder gar die Nachwuchskaderläuferin Carmen Thalmann aus Kärnten Chancen bekommen werden, muss aber bezweifelt werden.
Hosp, Zettel und Co. werden sich nun in Hochgurgl/Obergurglauf auf Riesentorlauf und Slalom am 29./30 November in Aspen (USA) vorbereiten. Denn im Gegensatz zu den vergangenen Jahren fällt für die Technikerinnen das traditionelle Vorbereitungs-Training in Colorado heuer aus.
Bei den Herren stehen am letzten November-Wochenende die ersten Speed-Rennen der Saison in Lake Louise (Kanada) auf dem Programm. "Schade dass Maier, Buder, Grugger und auch Schönfelder nicht fit sind", bedauerte Alpinchef Hans Pum. "Traditionelle" Probleme seiner Läufer mit dem nordamerikanischen Kunstschnee sieht Pum aber nicht. "Das kommt drauf an, wie die Bedingungen dort heuer sind. Aber schlecht waren wir in letzter Zeit drüben ja ohnehin nicht."
(apa/red)
