Große Anti-Terror-Aktion in Deutschland:
Hausdurchsuchungen in drei Bundesländern
- Ermittlungen gegen sogenannte Sauerlandgruppe
- 26 Bombenzünder nach Deutschland geschmuggelt

Im Zuge der Ermittlungen gegen die sogenannte Sauerlandgruppe haben deutsche Antiterror-Fahnder verdächtige Objekte in drei Bundesländern durchsucht. Betroffen waren Wohnungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Zu Festnahmen kam es dabei nicht. Die Aktion stand im Zusammenhang mit Ermittlungen zur Beschaffung von Sprengzündern für geplante Terroranschläge.
Nach einem Bericht des Magazins "Focus" hat die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen den 16-jährigen Deutsch-Tunesier Alaeddine T. eingeleitet. Er soll für die Sauerland-Zelle 26 Bombenzünder in einer Schuhsohle aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben, berichtete das Magazin. Nach einer Vernehmung im Herbst 2007 hätten die Ermittler T. zunächst als Zeugen eingestuft. Er habe zugegeben, ein paar Herrenschuhe an den Hauptverdächtigen Fritz G. übergeben zu haben. Von den Zündern habe er aber nichts gewusst. Diese Version bezweifeln die Staatsschützer laut dem Bericht inzwischen.
Zelle gesprengt
Nach gut einem Jahr in türkischer Haft war zuvor der mutmaßliche Terrorhelfer Attila S. nach Deutschland ausgeliefert worden. S. soll als Mitglied der "Islamischen Dschihad-Union" 26 Sprengzünder für die Sauerland-Zelle besorgt haben, die im September vergangenen Jahres durch die Festnahme von drei Verdächtigen gesprengt worden war. Fahnder hatten damals im sauerländischen Medebach die beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fritz G. und Daniel S. sowie den türkischen Staatsbürger Adem Y. dingfest gemacht und dabei die Zünder gefunden.
Die Sauerland-Zelle soll Sprengstoffanschläge insbesondere gegen US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Die drei in Medebach festgenommenen Männer müssen sich deswegen demnächst vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten.
(apa/red)
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