Verwirrspiel um Lösegeldforderungen: Piraten sollen 25 Mio. Dollar verlangt haben
- Keine Bestätigung für Berichte von offizieller Seite
- 17 Schiffe immer noch in den Händen der Entführer

·Gesetzlose Zustände vor somalischer Küste
Griechisches Schiff mit 23
Mitgliedern gekapert
Die US-Marine und der saudi-arabischer Schiffeigner des gekaperten Supertankers vor Somalia haben Berichte über Lösegeldforderungen der Piraten nicht bestätigt. "Ich habe die Berichte gelesen, aber ich kann nichts davon bestätigen", sagte ein Sprecher der in Bahrain stationierten 5. US-Flotte.
Die US-Marine habe keine neuen Informationen zu der Entführung, vermute aber, die "Sirius Star" liege weiterhin vor der somalischen Küste bei Haradheere vor Anker. Auch ein Sprecher der betroffenen Reederei Saudi Aramco erklärte, er wisse nichts Neues. Berichte über ein Lösegeld in Höhe von 25 Millionen Dollar wollte er nicht kommentieren.
Der Supertanker mit zwei Millionen Barrel Öl an Bord war vor einer Woche von somalischen Piraten gekapert worden. Die französische Nachrichtenagentur AFP zitierte einen Piraten, dem zufolge die Seeräuber ein Lösegeld von 25 Millionen Dollar innerhalb von zehn Tagen verlangt hätten.
Seit Jahresbeginn 90 Schiffe gekapert
Die vor Somalia operierenden Piraten haben laut UNO-Generalsekretär Ban in diesem Jahr bereits bis zu 30 Millionen Dollar (23,7 Mio. Euro) Lösegeld erpresst. Ban äußerte sich in einem Bericht an den Weltsicherheitsrat besorgt über die Piratenüberfälle entlang der somalischen Küste. Von Jänner bis Ende Oktober seien etwa 65 Handelsschiffe dort gekapert worden, sagte der Generalsekretär. EU-Schiffe sollen künftig die Meere vor Somalia ansichern.
Die Piraterie habe ernste Folgen für den Handel, trage zu einer Verschlimmerung der humanitären Lage in Somalia bei und schwäche die Übergangsregierung in dem ostafrikanischen Land, erklärte Ban weiter. In der von Ban genannten Zahl nicht enthalten ist das mögliche Lösegeld für die 17 Schiffe und über 300 Besatzungsmitglieder, die sich nach Angaben des Internationalen Büros für Seeschifffahrt (IMP) derzeit in den Händen der Piraten befinden. Darunter sind ein saudi-arabischer Supertanker mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord sowie ein mit Waffen beladener ukrainischer Frachter.
EU-Schiffe für mehr Sicherheit
Die NATO hat laut Diplomaten derzeit vier Schiffe in dem Schutz-Einsatz, die unter anderem aus Italien und Großbritannien stammen. Das Militärbündnis will seinen Anti-Piraten-Einsatz Mitte Dezember beenden und den Stab an die EU übergeben, wie der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, der italienische Admiral Giampaolo Di Paola, in Brüssel sagte. Eine endgültige Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Die EU will Marine-Einheiten in ihrer "Operation Atalanta" ab Mitte Dezember einsatzbereit haben. Die Mission soll fünf bis sieben Schiffe und mehrere See-Aufklärungsflugzeuge umfassen. Österreich wird nicht direkt an dem EU-Einsatz beteiligt sein.
Russland schickt mehr Kriegsschiffe
Nach der Fregatte "Neustraschimi" sollen weitere Schiffe der russischen Marine in das Gebiet geschickt werden. Die "Neustraschimi" sollte die Entführung eines mit Panzern und Waffen beladenen ukrainischen Frachters beenden. Der Frachter befindet sich aber immer noch in der Hand von Piraten. Der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin rief das Bündnis und die EU auf, ihre Einsätze gegen die Piraten mit Russland abzustimmen.
Anti-Piraten-Einsatz der EU
Ein Anti-Piraten-Einsatz der EU soll am 8. Dezember beginnen. Piraten griffen in diesem Jahr bereits mehr als 90 Schiffe vor Somalias Küste an. 17 Schiffe befinden sich mit insgesamt fast 270 Besatzungsmitgliedern noch in den Händen von Entführern. Somalia ist seit dem Beginn des Bürgerkriegs 1991 ein Land mit chaotischen Verhältnissen. Der Seeweg vor Somalia ist weltwirtschaftlich von großer Bedeutung, da er zum Suez-Kanal führt. (apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Familiendrama in St. Pölten11:38
Gedenkfeier in SchuleLehrer und Schüler nehmen Abschied von getötetem Buben - Kinder psychologisch betreut
