Russland mit mehr Schiffen gegen Piraten: Anti-Piraten-Einsatz der EU ab 12. Dezember
- Seit Jahresbeginn schon über 90 Schiffe gekarpert
- 17 Schiffe immer noch in den Händen der Entführer

·Piraten erpressten bis zu 30 Mio. Dollar
Russland schickt jetzt noch mehr Kriegsschiffe
·Gesetzlose Zustände vor somalischer Küste
Griechisches Schiff mit 23
Mitgliedern gekapert
Die vor Somalia operierenden Piraten haben laut UNO-Generalsekretär Ban in diesem Jahr bereits bis zu 30 Millionen Dollar (23,7 Mio. Euro) Lösegeld erpresst. Ban äußerte sich in einem Bericht an den Weltsicherheitsrat besorgt über die Piratenüberfälle entlang der somalischen Küste. Von Jänner bis Ende Oktober seien etwa 65 Handelsschiffe dort gekapert worden, sagte der Generalsekretär. EU-Schiffe solen künftig die Meere vor Somalia ansichern.
Die Piraterie habe ernste Folgen für den Handel, trage zu einer Verschlimmerung der humanitären Lage in Somalia bei und schwäche die Übergangsregierung in dem ostafrikanischen Land, erklärte Ban weiter. In der von Ban genannten Zahl nicht enthalten ist das mögliche Lösegeld für die 17 Schiffe und über 300 Besatzungsmitglieder, die sich nach Angaben des Internationalen Büros für Seeschifffahrt (IMP) derzeit in den Händen der Piraten befinden. Darunter sind ein saudi-arabischer Supertanker mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord sowie ein mit Waffen beladener ukrainischer Frachter.
EU-Schiffe für mehr Sicherheit
Die NATO hat laut Diplomaten derzeit vier Schiffe in dem Schutz-Einsatz, die unter anderem aus Italien und Großbritannien stammen. Das Militärbündnis will seinen Anti-Piraten-Einsatz Mitte Dezember beenden und den Stab an die EU übergeben, wie der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, der italienische Admiral Giampaolo Di Paola, in Brüssel sagte. Eine endgültige Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Die EU will Marine-Einheiten in ihrer "Operation Atalanta" ab Mitte Dezember einsatzbereit haben. Die Mission soll fünf bis sieben Schiffe und mehrere See-Aufklärungsflugzeuge umfassen. Österreich wird nicht direkt an dem EU-Einsatz beteiligt sein.
Russland schickt noch mehr Kriegsschiffe
Nach der Fregatte "Neustraschimi" sollen weitere Schiffe der russischen Marine in das Gebiet geschickt werden. Die "Neustraschimi" sollte die Entführung eines mit Panzern und Waffen beladenen ukrainischen Frachters beenden. Der Frachter befindet sich aber immer noch in der Hand von Piraten. Der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin rief das Bündnis und die EU auf, ihre Einsätze gegen die Piraten mit Russland abzustimmen.
Anti-Piraten-Einsatz der EU
Ein Anti-Piraten-Einsatz der EU soll am 8. Dezember beginnen. Piraten griffen in diesem Jahr bereits mehr als 90 Schiffe vor Somalias Küste an. 17 Schiffe befinden sich mit insgesamt fast 270 Besatzungsmitgliedern noch in den Händen von Entführern. Somalia ist seit dem Beginn des Bürgerkriegs 1991 ein Land mit chaotischen Verhältnissen. Der Seeweg vor Somalia ist weltwirtschaftlich von großer Bedeutung, da er zum Suez-Kanal führt.
Verhandlungen um "Sirius Star" laufen
Die Besitzer des am Wochenende gekaperten Supertankers "Sirius Star" verhandelten indes offenbar um eine Freigabe des mit rund zwei Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl beladenen Schiffs. Er wisse, dass die Reederei in der Sache Verhandlungen führe, sagte der saudische Prinz Saud el Faisal in Rom. Die Reederei wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Die Entführer fordern Berichten zufolge ein Lösegeld in nicht genannter Höhe. (apa/red)
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