Schwerer Schlag gegen Kinderpornografie: Versand über russischen Server abgewickelt
- Vermutlich 127 Personen aus Österreich involviert
- Insgesamt 563 Ermittlungsverfahren eingeleitet

Den deutschen Behörden ist einer der bisher größten Schläge gegen Kinderpornografie im Internet gelungen. Die Staatsanwaltschaft Bonn leitete laut einem Zeitungsbericht insgesamt 563 Ermittlungsverfahren ein. Bei 518 Verdächtigen seien Häuser und Wohnungen durchsucht worden. Das Bundeskriminalamt in Wien bestätigte, dass sich auch Verdächtige aus Österreich in den Ermittlungen verfangen haben.
Der stellvertretende Leiter der Bonner Staatsanwaltschaft, Jan van Rossum, bestätigte gegenüber "Bild": "In 466 Fällen wurden erhebliche Mengen von kinderpornografischem Material sichergestellt." Die Ermittlungen richten sich demnach in Deutschland auch gegen Ärzte und Priester, einen Fußball-Trainer und einen Küster. Der "Bild"-Zeitung liege eine 180 Seiten dicke Liste mit mutmaßlichen Käufern von Kinderpornos vor. Auf ihr seien die Namen der Verdächtigen und weitere Daten protokolliert.
Operation "Data"
Ausgangspunkt der Operation "Data" waren Untersuchungen gegen einen russischen Server, bei dem die Ermittler ursprünglich den Verdacht hegten, dass über ihn zahlreiche Phishingmails verschickt würden. So stießen sie auf einen regen Kinderporno-Versand, der über Kreditkarten abgewickelt worden sein dürfte. In Österreich sollen laut Bundeskriminalamt 127 Personen betroffen sein. (apa/red)
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